Raum

Stadtentwicklung - ab 1946

Stadtentwicklung · Raum

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1947-1968 Nach dem zweiten Weltkrieg liess eine bis anhin in diesem Ausmass ungekannte Hochkonjunktur alle Wirtschaftszweige florieren. Eine enorme Bevölkerungszunahme und eine rege Bautätigkeit schritten mit dem Wirtschaftswachstum einher. Ein 1942 erlassenes Baureglement mit Bauzonenplan versuchte die bauliche Expansion in vertretbarem Rahmen zu halten. 1948/49 werden im Ueberbauungsplan nicht nur Strassenverlauf und Baulinien vorgeschrieben, sondern auch, wie es die moderne Ortsplanung gebietet, Vorschriften über die Art der Ueberbauung festlegt. Da der Bauzonenplan nicht mehr den Anforderungen der Zeit genügte, trat 1956 ein neuer Zonenplan in Kraft, welcher die bauliche Entwicklung der Folgejahre entscheidend beeinflusste.

Zwischen 1947 und 1957 wurden Mehrfamilienhausquartiere westlich und östlich der Toggenburgerstrasse, (Ostquartier) zwischen der Hörnli- und der Rütlistrasse (Südquartier) im Gebiet zwischen der Allee und der Winkelriedstrasse (Westquartier), an der Lettenstrasse im Eggfeld (Lettenquartier) und an der Flawilerstrasse (Rickenbacherfeld) errichtet. Einfamilienhausquartiere entstanden am Rebhofweg (Lettenquartier), an der Wilberg-, Scheibenberg- und Rebbergstrasse (Scheibenberg-, Oelbergquartier), an der unteren Hofbergstrasse (unterer Hofberg) und im Gebiet zwischen Neulanden und östlicher Fürstenlandstrasse (Neulandenquartier).

Von 1957 bis 1968 entstanden Mehrfamilienhaussiedlungen an der St. Gallerstrasse (Ueberbauung Altstadt, Ostquartier), an der Acker-, Wilen- und Hubstrasse, westlich des Theresienweges (Südquartier), an der Zürcherstrasse (Westquartier) und im Lettenquartier. Einen grossen Aufschwung erlebte der Einfamilienhausbau in diesem Zeitabschnitt. Gebaut wurde im Oelbergquartier, am unteren Hofberg und auf Neulanden. In den Industriezonen entstehen weitere Bauten. Die grosse Nachfrage rief nach einer weiteren Industriezone, die zwischen der Glärnischstrasse und der Eisenbahnlinie (Industriezone Matt) entstand.

Die grosse Baumasse musste mit der entsprechenden Infrastruktur versehen werden. Oeffentliche Bauten und städtebauliche Anlagen aus dieser Zeit sind: Kläranlage Freudenau, Sportanlage Bergholz, Erholungsgebiet Stadtweiher, Schulhausanlagen Sonnenhof und Matt, Spital.

1968-1982 Wil besitzt nur in begrenztem Umfang Boden. Nach der rasanten Expansion der Hochkonjunkturjahre konnte sich das Siedlungsbild nicht mehr stark verändern. Ein verlangsamtes wirtschaftliches Wachstum wirkte sich auch auf die Bautätigkeit aus. Die Randzonen der Siedlungen wurden nun immer weiter zu den Gemeindegrenzen geschoben. Im Neulandenquartier entstanden neu die Kienbergerstrasse, ein Teil der Buebenloostrasse, die Junkerstrasse, der nördliche Teil der Ulrich-Rösch-Strasse und der östliche Teil der Von-Thurn-Strasse. Mit diesen Strassen wurde vor allem Einfamilienhauszonen erschlossen.

An der südöstlichen Tangente der Grosssiedlung Wil wurden Mehrfamilienhaussiedlungen errichtet. Neu gebaute Strassen, welche diese Wohngebiete erschliessen, sind: östlicher Teil der Waldeggstrasse, Waldaustrasse, Verbindung zwischen Weidlestrasse und St. Gallerstrasse, die Schützenstrasse, der Schützenheimweg, die Flurhofstrasse, die Reuttistrasse und die Heinrich-Federer-Strasse. Im Norden wurde der Meisenweg verlängert, die Quellenstrasse, die Gruebenstrasse und die Städelistrasse wurden neu erstellt. An diesen Strassen stehen vor allem Einfamilienhäuser. Am Hofberg entstand das bemerkenswerte Experiment Neualtwil, zu dessen Vorzügen der geringe Bodenbedarf pro Person (verglichen mit einem Einfamilienhausbewohner) und die originelle verwinkelte Anordnung der Gebäude zählen.

Im Westen wurde die Bergholzstrasse ausgeführt, welche eine neu errichtete Mehrfamilienhaussiedlung erschliesst. Weiter westlich im Umfeld der Hubstrasse expandierte das dortige Industriegebiet.

Dokumente

Quelle: wilnet.ch