Die bauliche Entwicklung Die wirtschaftliche und bauliche Entwicklung Wils wurde durch die Strassenkorrektion von 1834/35 eingeleitet. Der spätere Erbauer des Suezkanals, Ingenieur Alois Negrelli aus Südtirol, regte damals an (er war Kantonaler Strassen- und Wasserbauinspektor), die bestehenden Gefälle von bis zu 15 Prozent auf maximal 9 Prozent zu korrigieren, die Strassen zu verbreitern, alle Tore (bis auf das Hoftor) und den grössten Teil der Stadtmauern zu beseitigen, damit der Verkehr besseren Zugang zur Stadt finden konnte. Die Wiler stimmten seinen Vorschlägen zu, die Stadt öffnete sich. Erst zögernd im Gebiet um die älteste Wiler Kirche St. Peter, später vor allem an der durch die Korrektion entstandenen Oberen Bahnhofstrasse, begann sich die Stadt zu entwickeln. Die Eröffnung der Bahnlinie Winterthur - Wil im Jahr 1855 verstärkte die Bautätigkeit ausserhalb der Altstadt. Die Toggenburgerbahn Wil - Ebnat wurde 1870, die Schmalspurbahn nach Frauenfeld 1887 und der Schienenweg nach Konstanz 1911 in Betrieb gesetzt. 1875 wurde das hölzerne Wasserleitungsnetz durch eiserne Rohre ersetzt, ab 1912 die erste umfassende Kanalisation gebaut. Grosse Veränderungen im Stadtbild brachten Um- und Neubauten ab 1960, die vor allem die Obere Bahnhofstrasse grundsätzlich umgestalteten. Über 70 Prozent der heutigen Bausubstanz Wils sind nach 1960 erst erstellt worden. Die Quartiere am Hofberg und in Neulanden entstanden, ebenso wurden die bestehenden West- und Südquartiere weiter ausgebaut. Die 1969 eröffnete Autobahn N1 durchquert das Wiler Stadtgebiet im Süden und grenzt es gegen das Toggenburg ab.
(Darstellungen u.a.: Waldburger, Hans; Die Frauenfeld-Wil-Bahn, Luzern.)


















