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NADAG - Nadelfabrik AG, Wil

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Glärnischstrasse 13 NADAG - Nadelfabrik AG, Wil Im Jahr 1907 errichtete Sebastian Meienberger im St. Galler Städtchen Wil an der Glärnischstrasse 13 ein Wohnhaus mit Stickerei, welche 1910 an Emil Meienberger überging. Im Jahr darauf wurde das Gebäude erweitert und der Fabriktrakt südöstlich des Wohn- und Gewerbehauses angebaut. 1912 betrieb die Firma Meienberger sieben Stickmaschinen, zu denen bis 1916 eine weitere dazukam. Im Jahr 1924 übernahm der am 7. Mai 1877 in Zuzwil geborene Johann Josef den Betrieb und die Liegenschaft. Er richtete eine Spezialitätenstickerei für weisse und farbige Klöppelspitzen aus Baumwolle und Kunstseide für die Vorhang- und Wäschefabrikation ein.

Eine Statistik aus den Jahren 1935/36 besagt, dass zu dieser Zeit jährlich Nähma­schinennadeln im Wert von Fr. 400'000.- in die Schweiz importiert wurden. Josef war der Meinung, dass diese Summe die Einrichtung einer schweizerischen Nadelfabrik rechtfertige. Im Jahr 1937 begann er mit der Einrichtung einer Nadelfabrik in seinem Fabrikgebäude. Am Anfang beschäftigte die Fabrik sechs Personen. Bis 1944 war die Belegschaft auf 45 angestiegen, ein zu dieser schwierigen Zeit hochgeschätzter Zuwachs an Arbeitsplätzen. Die Fabrik produzierte zu dieser Zeit rund 50 unterschiedliche Nadelsysteme. Josef versuchte, die Qualität seiner Nadeln zu verbessern und erhielt 1948 ein Patent für eine Richtmaschine für Nadeln.

Josef unterhielt auch Geschäftsbeziehungen ins Ausland. So finden sich im schweizerischen Bundesarchiv Akten, die Kontakte mit Aegypten, Argentinien, den USA und Deutschland belegen. Josef hatte vier Kinder, wovon eines früh starb. Sein Sohn Hans arbeitete ebenfalls in seinem Unternehmen mit. Wohl in der zweiten Hälfte der 1950er-Jahre geriet das Unternehmen in Schieflage und die Produktion wurde wohl eingestellt. Leider konnte ich dazu keine gesicherten Angaben finden. Johann Josef verstarb am 6. November 1959. Das Fabrik- und das Wohngebäude existieren heute noch. Sie stehen heute unter Denkmalschutz und beherbergen ein Architektur- und weitere Büros. aus: „Schlingenfänger 136“, September 2024; Text Harald Walser

Bildarchiv (5)

Einwohnerkarteikarte-Josef-Johann.jpgGlaernischstrasse-13_1937-FB0819.jpgNadag-Briefkopf-1952.jpgTodesanzeige_Johann_Josef_WB_07-11-1959.jpgGemeinderatsprotokoll-06-11-1959.jpg

Quelle: wilnet.ch