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Weiterer Ausbau der Wasserversorgung

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Mit zunehmender Bevölkerungszahl und mit der Versorgungspflicht für die Kantonale Psychiatrische Klinik, die 1889 genau wegen der günstigen Wiler Offerte für die Versorgung mit Wasser in Wil gebaut worden war, mussten neue Wasservorkommen gesucht und nutzbar gemacht werden. So wurden denn in den Jahren 1889 -1893 die Quellen in Uerental und Boxloo (Gemeinde Bronschhofen) erworben und ein grösseres Reservoir (600 m3 Inhalt) im Boxloo, samt Zuleitung nach Wil, gebaut. Kleinere Quellenzukäufe sind im Verlaufe der Jahre im Gebiet von Hittingen, Beckingen, Maugwil u.a. erfolgt, deren Auswertung unter Rücksichtnahme auf das Verhältnis zwischen Ergiebigkeit und Baukosten jedoch nur teilweise vorgenommen worden sind. Mit dem weitern Anwachsen der Gemeinde und dem steigenden Wasserbedarf drängte sich im Jahre 1907 ein dritter grösserer Ausbau der Anlagen auf. Es gelang, im Kolbergwald (Gemeinde Kirchberg) die Fassungsrechte ergiebiger Quellen zu erwerben und das Wasser dem in diesem Zusammenhang neuerbauten Pumpwerk in der Freudenau zuzuleiten. Die für damalige Bedürfnisse sehr reichlichen Zuflussmengen (700-1'400 Liter,/min) waren anscheinend genügend, um auf den gleichzeitigen Bau eines Reservoirs im Pumpwerk zu verzichten; die einzige vorhandene Pumpe lieferte 800 Minutenliter und war normalerweise gar nicht imstande, das zufliessende Wasser vollumfänglich zu übernehmen. Wenige Jahre später wurde allerdings eine zweite Pumpe gleicher Leistung aufgestellt.

Die ungewöhnliche Trockenheit des Jahres 1921 mit ihren zwangsläufigen Betriebseinschränkungen brachte den verantwortlichen Behörden erneut zum Bewusstsein, dass die Suche nach Wasser nie abgeschlossen sein kann. Weitere Quellen im Einzugsgebiet bestehender Brunnen wurden nutzbar gemacht und gleichzeitig wurden auf Anraten von Geologen erstmals Sondierbohrungen in der Thurau durchgeführt. Mit dem Eintritt normaler Quellzuflüsse liess man den etwas kostspieligen Ausbau einer Thurau-Grundwasseranlage vorderhand beiseite, um 1929/1930 im Breitenloo ein kleineres Grundwasser-Pumpwerk in der Grössenordnung von 700 Minutenlitern zu erstellen.

Im Betrieb der verschiedenen, sich gegenseitig beeinflussenden Quellreservoire und Pumpwerke erwies sich die bisherige Handbedienung von Motorschaltern usw. als zeitraubend und mangelhaft. Gleichzeitig mit dem Bau eines Reservoirs von 250 m3 Inhalt beim Pumpwerk Freudenau liess daher die Wasserversorgung in den Jahren 1935/36 die automatische Steuerung der Antriebsmotoren und Kontrolle der Wasserstände prüfen.

Die im Jahre 1931 erstellte Badanstalt Weierwiese bot unterdessen eine willkommene Gelegenheit, das Wasser des seit 1898 aus verschiedenen Gründen unbenützten Niederdruckreservoirs beim Bürgerheim am Bergtalweg wieder einem geeigneten Verbraucher zuzuführen.

Inzwischen zeigte sich, dass die in 180 mm Lichtweite erstellte Wasserleitung vom Boxloo-Reservoir nach Wil den Ansprüchen nicht mehr genügte. Im Jahre 1940/'41 wurde deshalb mit einem Kostenaufwand von rund Fr. 130'000.- eine zweite, grössere Leitung über die Höhe von Neulanden, mit Anschluss an die bestehenden Leitungen in Neulanden und an der Fürstenlandstrasse, bis zur St.Gallerstrasse erstellt. Mit dieser neuen Zuleitung wurden nicht nur wesentlich günstigere Zuflussverhältnisse geschaffen; es konnten namentlich die Druckverhältnisse für die höher gelegenen Stadtgebiete entscheidend verbessert und der Feuerschutz erheblich verstärkt werden. Im Juni 1948 wurden das Grundwasser-Pumpwerk in der Thurau und das Reservoir Rosenberg im Nieselbergwald realisiert. https://www.tb-wil.ch/wasser 1970 wurde der Zweckverband Wasserversorgung Mittelthurgau-Süd gegründet. Damit wurde ein grösserer Verbund mit Thurgauer Gemeinden realisiert. https://www.rvm-sued.ch https://www.stadtwil.ch/delegationen/19132

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Quelle: wilnet.ch