Seit dem Jahr 1226 war die Stadt Wil äbtisch, das heisst, der jeweilige Abt des Klosters St. Gallen war auch der Stadtherr in Wil. So verwundert es nicht, wenn der Bär, nämlich der Gallus-Bär, zum Wiler Stadtwappen wurde - und es bis heute noch ist. Schon im 15. Jahrhundert finden wir ihn auf Siegeln, auf Wappenscheiben aus dem 17. Jahrhundert ist er in Kombination mit dem grossen "W" für Wil vorhanden.
Die Legende von Gallus und dem Bären Eine bekannte Legende über den Heiligen Gallus soll sich an der Mühleggschlucht zugetragen haben: Während Hiltibold schlief, war Gallus noch wach, als plötzlich ein Bär auftauchte. Gallus ließ sich nicht einschüchtern, auch dann nicht, als der Bär sich aufrichtete. Gallus befahl dem Bären im Namen des Herrn, ein Stück Holz ins Feuer zu werfen. Der Bär gehorchte und trug das Holz zum Feuer. Gallus soll dem Bär anschließend ein Brot gegeben haben, unter der Bedingung, dass er sich nie mehr blicken lassen solle. Hiltibold, der mitgehört hatte, sagte zu Gallus: "Jetzt weiß ich, dass der Herr mit dir ist, wenn selbst die Tiere des Waldes deinem Wort gehorchen." Der Bär tauchte nie wieder auf.
Das Wiler Wappen im Nationalratssaal Das umgangssprachlich als «Bundeshaus» bekannte Parlamentsgebäude wurde nach den Plänen des Architekten Hans Wilhelm Auer von 1894 bis 1902 erbaut. Am 1. April 1902 wurde es von der Vereinigten Bundesversammlung feierlich eingeweiht. Die Wappen von 59 Schweizer Gemeinden, darunter eben auch der "Wiler Bär", zieren nach Kantonen geordnet einen Fries, der rund um den Nationalratssaal läuft.





