Zum Jahresende nun besitzt und pflegt Wil einen speziellen Brauch. Ausgehend von den alten Feuerpolizeiordnungen, die vorschrieben, dass bei einem nächtlichen Brandausbruch "behufs besserer Beleuchtung der Strassen" jede Haushaltung eine brennende Laterne herauszuhängen hatte, liess die Gemeindebehörde jeweils am Silvesterabend das Vorhandensein der Laternen kontrollieren. Aus dieser "Laternenvisitation" hat sich einer der stimmungsvollsten Wiler Bräuche entwickelt, indem gleichzeitig mit der Kontrolle die Wiler Schulkinder mit farbigen Papierlaternen ihren Umzug halten. Begleitet von der Stadtmusik zieht der bunte Zug durch die Wiler Altstadt. Gespannt präsentiert jedes Kind seine selbstgefertigte Laterne, hofft es doch im Stillen, bei der Prämierung auf einen vorderen Rang zu gelangen. An verschiedenen Stellen in der Stadt erfolgt ein Halt, wird gesungen und das alte Jahr gebührend verabschiedet. Auch uns "hartgesottenen" Menschen des 21. Jahrhunderts wird es dabei warm ums Herz, wenn, inmitten der stimmungsvollen Kulisse der Wiler Altstadt, die Töne in die klare Nachtluft steigen und sich die bunten Lichter in den Scheiben der Häuser spiegeln.












