Für einen Beitrag an die Stiftung Hof zur Realisierung der ersten Restaurierungsetappe im Hof hat sich der VVW eine originelle Idee ausgedacht, deren Realisierung vollauf geglückt ist, obwohl damit nicht unerhebliche Risiken in Kauf genommen werden mussten. Es ist die Herausgabe einer Sondermünze in Gold und in Silber, der Wiler Hoftaler. Im Prospekt zum Kauf der Taler steht geschrieben: "Der VVW will die Bestrebungen der zu gründenden Stiftung Hof zu Wil unterstützen, den Hof als Wahrzeichen unserer Stadt zu erhalten und einer zeitgerechten Nutzung zuzuführen (...). Der Erwerb der Liegenschaft Hof erscheint uns so bedeutsam, dass wir zu diesem Anlass den eigens geschaffenen Wiler Hoftaler herausgeben möchten." Der Entwurf stammt vom Grafiker und Kunstmaler Georg Rimensberger, Vorstandsmitglied des VVW. Die Ausführung besorgt die Firma Huguenin Médailleurs in Le Locle. Der Hoftaler zeigt auf der einen Seite das Wiler Wappen, die andere Seite erinnert an den Friedensschluss aus dem Jahre 1226 zwischen der Abtei St.Gallen unter Fürstabt Berchtold von Falkenstein und Graf Rudolf von Habsburg. Das Bild "hat als Ausdruck der Versöhnung und des Friedensschlusses eine grosse Aussagekraft, die alle Zeiten überdauert" (Vorstand 9.3.1989). Der Taler wird vom VVW in eigener Regie herausgegeben und finanziert. "Dies geht nicht ohne Unterstützung bzw. Übernahme eines Teils der Auflage durch die politische Gemeinde und die Ortsbürgergemeinde. Zur Finanzierung stellt Stadtammann Hans Wechsler ein zinsloses Darlehen von der Stadt in Aussicht" (Vorstand 9.3.1989). Wegen grosser Nachfrage für Goldtaler beschliesst der Vorstand eine Erhöhung der Auflage, d.h. "plus 150 Stück zu den 50 bereits gelieferten. Der Verkaufspreis der 26 g schweren Münze wird auf Fr. 1'000.- festgelegt, davon gehen Fr. 350.- an die Stiftung" (Vorstand 9.10.1989). Vom 15 g schweren Silbertaler, der für Fr. 50.- verkauft wird, gehen Fr. 20.- an die Stiftung. "Alle 500 Silbertaler sind verkauft. Von den 200 Goldtalern sind noch sechs Stück vorhanden. Dessen ungeachtet soll der runde Betrag von Fr. 80'000.- an die Stiftung Hof zu Wil übergeben werden. Der Uebergabeakt soll an der HV des VVW stattfinden" (Vorstand 12.2.1990). Damit ist die Aktion des VVW abgeschlossen. "Für den VVW resultiert per 7.3.1990 ein Reinerfolg von rund Fr. 15'000.-, das sind 6.85% der Totaleinnahmen. Gemessen am Risiko für Verkauf und allfällige Zinsen ein durchaus angemessenes Ergebnis" (Vorstand 19.3.1990).
(aus: 125 Jahre Wil Tourismus 2009)