Auf dem Weg zum Versorgungsbetrieb Mit der Kantonsgründung um 1804 entstanden die Politischen Gemeinden in der Nachfolge der Bürgergemeinden. Viele ihrer Aufgaben wurden mit der Zeit den neuen Behörden übertragen. In der Ausscheidungsurkunde von 19. September 1838 zwischen der Ortsbürgergemeinde und der Politischen Gemeinde Wil wird in Artikel vier, Absatz drei ausdrücklich der Unterhalt aller öffentlichen Brunnen und der Wasserleitungen in der Stadt der Verwaltung der politischen Gemeinde übergeben. Deshalb wurde der Stadtrat an der politischen Gemeindeversammlung vom Oktober 1842 beauftragt, ein Gutachten zu erstellen, wie er sich die Versorgung der nun allmählich sich bildenden neuen Quartiere ausserhalb der Altstadt mit Wasser vorstelle. Als Sofortmassnahme schlug der Gemeinderat vor, die Quelle hinter der Oberen Mühle zu fassen und durch eine neue Deuchelleitung zur St. Peter-Strasse zu leiten, wo ungefähr 13 Haushaltungen versorgt werden könnten. Auf die Erstellung weiterer Brunnen in anderen Stadtteilen könne im Moment noch nicht eingegangen werden, da die Fassung von Quellen in der Nähe der Forrenquelle sehr koststpielige Leitungen erforden würde und sich näher, nämlich in der Weierwiese, nicht genügend Wasser finden liesse.
Nach der Übernahme des Wasserleitungsnetzes in die städtischen Aufgaben mussten ab 1839 viele Holzbrunnen erneuert werden. 1858 musste festgestellt werden, dass bereits wieder viele dieser Brunnen defekt waren. Dies führte zum Beschluss, nach Möglichkeit die neuen Brunnen aus Stein zu erstellen. Im gleichen Jahr äusserte die Rechnungskommission den Wunsch, der Gemeinderat möge prüfen, ob die hölzernen Deuchel nicht durch irdene, das heisst aus gebranntem Ton hergestellte Röhren, ersetzt werden sollten. Der Gemeinderat lehnte dieses Ansuchen u.a. aus folgenden Gründen aber ab: Vor einiger Zeit waren nämlich für die Wasserleitung von der Rathausquelle solche Röhren verwendet worden, die aber sämtliche wieder entfernt werden mussten. Erkundigungen in Oberbüren hätten ergeben, dass dort auch sämtliche Tonröhren wieder durch hölzerne ersetzt worden seien. Angesichts der hohen Lage der Wiler Wasserquellen sei zu erwarten, dass die Tonröhren auf die Dauer dem hohen Wasserdruck nicht wiederstehen könnten. 1863 konnte stolz im Rechnungsbericht vermeldet werden, dass "... nun sämtliche öffentliche Brunnen neu und aus guten Steinen erstellt und darf sich die Gemeinde gratulieren, diese nicht zu entbehrenden Bedürfnisse in solch solider Weise besorgt zu wissen, so dass nun viele Jahre wenig Ausgaben mehr für diesen Zweck erwachsen dürften." Ab 1867 wurden erstmals notwendige Reparaturen an der Wasserleitung mit eisernen Rohren durchgeführt. Im Rechnungsbericht vom 18. Oktober 1868 wird dazu vermerkt, "... was die Leitungen betrifft, so verursachen dieselben der Gemeinde jährlich grosse Kosten vermöge ihrer hölzernen Leitungen, besonders die Forrenquelle richtet mittelst ihres starken Wasserdruckes von Jahr zu Jahr eine Masse Deuchel zu Grunde. Wir können der Gemeinde nicht zumuthen, dass man sofort eine Leitung von Eisen erstelle, denn das würde zu grosse Kosten verursachen, aber man könnte am Anfange und Ende der Leitungen, wo Reparaturen nöthig sind, die hölzernen Deuchel durch solche von Eisen ersetzen. So würde man in einer Reihe von Jahren zu einer eisernen Leitung kommen, ohne dass die Gemeinde dadurch merklich angestrengt würde." Dieses Vorgehen wurde gutgeheissen, doch drängte sich infolge der Wasserverluste eine radikalere Lösung immer mehr auf.

