Kultur

Tonhalle

Theater & Literatur · Kultur

Der 1876 von der Ortsbürgergemeinde erbaute Wiler Musentempel ist untrennbar verbunden mit dem Wirken der schon 1715 gegründeten Cäcilienmusikgesellschaft, die in Wil seit 1866 als Theatergesellschaft eine Tradition fortführt, die bis ins 15. Jahrhundert lückenlos zu verfolgen ist.

Baumeister der Tonhalle war Josef Bösch (1839-1922), Schüler des berühmten Gottfried Semper. Wie sein Lehrer bevorzugte Bösch Stilelemente der Neu-Renaissance. Der 1976/78 restaurierte Bau enthält einen integral erhaltenen Theatersaal aus der Bauzeit, dessen farbige Gestaltung überrascht. Gelb, Grün und Rot sind in ungewohnt greller Frische und in starkem Kontrast gegeneinander gestellt. Sie verleihen der Architektur eine Strahlkraft ohnegleichen. Diese Innenraum-Bemalung ist nach Semperscher Manier ein fester Bestandteil der Architektur, inspiriert von den Wandmalereien der antiken Stadt Pompej. Ein Blick in den Saal ist während der Öffnungszeiten des Sekretariats immer möglich.

Städtebaulich nicht wegzudenken ist auch das neben der Tonhalle gelegene, 1887 erbaute Schulhaus, seit 1982 und 1997 in restauriertem Kleid im Sinne der Denkmalpflege.

(Ruckstuhl, Benno; Die Altstadt von Wil, Wil 1998)

Bildarchiv (2)

Tonhalle.jpgTonhalle-als-Abdankungslokal-1888.jpg

Quelle: wilnet.ch