Bühne 70 Wil - Wie kam es dazu?
In diesem Jahr 2000 sind nun 30 Jahre vergangen, seit sich Richard Widmer, Bert Scherrer und Erwin Freitag zusammentaten, um Theater zu spielen. Damals genauso theaterbesessen wie heute, nahmen sich die drei vor, einmal jährlich als Laienbühne dramatische Kunst auf die Bühne zu bringen. Im Januar 1970 trat man erstmals mit dem dürrenmattschen Stück "Nächtliches Gespräch" im katholischen Pfarreizentrum vors Wiler Publikum. Mut und Zuversicht waren damals sicher zwei unerlässliche Attribute, konnte man sich doch in keiner Weise darauf verlassen, dass das Stück ein Erfolg werden würde. Doch Einsatz und Idealismus hatten sich gelohnt; die Presse urteilte positiv: Bereits ein Jahr später wagte man sich an ein Stück, das an eine Liebhaberbühne wiederum grosse Anforderungen stellte: "Tor und Tod" von Hugo von Hofmannsthal. Erstmals wirkte hier auch Ursula Bergen vom Stadttheater St.Gallen mit. Noch im Dezember desselben Jahres setzten sich die jungen Schauspieler für neuzeitliches Theater ein. Das Risiko damals wie heute nicht scheuend, inszenierte man den "Preis" von Arthur Miller. Auch die folgenden Produktionen zeigten immer deutlicher, dass man sich in ernst zu nehmender Weise mit dem Theater beschäftigte. In dieser aktiven Zeit hatten die Leute der "Bühne 70" auch Glück, denn drei talentierte Profis (Ali Bolliger, Hannes Meier und Jack Zimmermann) stiessen zur Gruppe. Was folgte, war die wohl turbulenteste Zeit der Wiler Sprechtheatergruppe. Nach reiflichen Überlegungen beschloss die "Bühne 70" zur 750 Jahr-Feier der Äbtestadt im Jahr 1975, das "Grosse Welt-Theater" von Hugo von Hofmannsthal als Freilichtspiel zur Aufführung zu bringen.
(Wiler Jahrbuch 2001) Kontakt: https://www.buehne70.ch/


