Es ist wohl kein Zufall, dass der Blick von der Heinrich-Federer-Strasse hinüberschweift über das breite Tal der Thur zum Dorf Jonschwil, dem "Lachweil" des Dichters Federer. Vom Asthma geplagt, war er zeit seines Lebens zum Beobachter seiner Umwelt verurteilt. In seinen Erzählungen treten denn auch äusserst genau charakterisierte Gestalten auf.
Heinrich Federer wurde am 7. Oktober 1866 in Brienz geboren, wo sein Vater als Lehrer an der Holzschnitzlerschule wirkte. 1869 zog er mit seiner Familie nach Sachseln, wo er sie im Stiche liess, um in der Welt herumzuvagabundieren. Heinrich besuchte dort die Dorfschule und das Kollegium in Sarnen, dann studierte er Theologie. 1883 wurde er in St.Gallen zum Priester geweiht und wirkte sechs Jahre als Kaplan in Jonschwil. Sein Asthma zwang ihn, den Beruf aufzugeben. Er arbeitete als Redaktor und freier Schriftsteller. 1919 verlieh ihm die Universität Bern den Ehrendoktor. Am 29. April 1928 starb Federer und wurde in Zürich begraben. Seine Werke aber reihen ihn unter die Unsterblichen der Schweizer Dichtkunst ein.
