Die Georg-Renner-Strasse, einst ruhige Quartierstrasse in der Nähe des Friedhofes Altstadt, dient heute als vielbefahrener Zubringer zum Autobahnanschluss und zum Toggenburg. Ihr Name erinnert an die bekannte Wiler Goldschmiedfamilie Renner. Bekannt sind die Werke des Johann Renner - so die gotische Turmmonstranz im Kloster Fischingen - der im Pestjahr 1611 starb. Ein anderer Goldschmied, Georg Renner, bekleidete öffentliche Ämter und war Schultheiss zu Wil.
Die Strasse ist aber nach seinem Sohn Hans Georg benannt, der anfangs September 1598 geboren wurde. Jörg wandte sich ganz der Politik zu. Er diente dem Abt von St.Gallen als Richter und fürstlich sanktgallischer Rat. Als Reichsvogt übte er an Stelle des Abtes die Hohe Gerichtsbarkeit aus, die dieser als Reichslehen erworben hatte. Er schrieb auch eine Chronik der Stadt Wil, die Handschrift wird im Frauenkloster St.Katharina aufbewahrt. 1650 trat er als Reichsvogt zurück. Da seine Ehe kinderlos geblieben war, verfügte er in seinem Testament, dass 8'000 Gulden dazu verwendet werden sollten, um in Wil ein Kapuzinerkloster zu gründen. Noch während der Verhandlungen starb er am 27. Februar 1652. Am 28. August 1657 konnte die Kirche geweiht werden. Seither hat das Kloster einige Umbauten erfahren, es ist aber immer ein Ort der Stille und Besinnung geblieben.
