Bei der baulichen Entwicklung der Stadt wurde von jeher auch auf eine günstige Zufahrt und die gepflegte Erhaltung der Strassen geachtet. Wie überall in mittelalterlichen Städten, waren die ersten Strassen ohne soliden Belag gewesen. Bei trockenem, warmem Wetter belästigte dicker Staub und bei nasser Witterung ebenso tiefer Schlamm die Leute. Zudem war es üblich, alle Abfälle aus dem Haus auf die Strasse zu werfen, wo die zahlreichen Hühner, Gänse, Hunde und Katzen sich daran gütlich taten. Ab 1425 wurde dem Stadtbaumeister im Pflichtenheft aufgetragen, eine "Bsetzi" für die Hauptgassen zu erstellen. Freilich bestand diese nicht aus den fein beschlagenen Steinen, wie wir sie heute hinter dem Baronenhaus finden, sondern aus einigermassen zugerüsteten Natursteinen aus der Thur. In den Nebengassen sah es schlimmer aus. Trotz Verboten wurden Stroh und Reisig aus den Stallungen auf die Gassen gekippt. Erst 1613 konnte der Rat mit einem Beschluss den ersten Schritt zur Besserung tun. Danach holte die Spitalfuhre jeden Samstag den Unrat ab, und die Stadtknechte führten ihn als Düngemittel auf die Spitalgüter.
Die Stadtordnung des 18. Jahrhunderts drohte jedem mit Strafe, der Schwellblöcher an den Strassen und Wegen, Pfähle und Stigelen zum Ueberschreiten von Zäunen, sowie Trüllen, die zur Sicherung der Fusswege angebracht worden waren, zerschlug und weg trug.
