Kultur

Stadttambouren Wil

Chöre & Orchester · Kultur

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Die Stadttambouren Wil sind ein Traditionsverein der Äbtestadt. Zum einen sind sie im kulturellen Leben der Stadt Wil seit langer Zeit fest verankert, zum andern pflegen sie das Spiel mit Instrumenten, die in der Äbtestadt eine noch längere Geschichte kennen als der Verein selber. Als Verein existieren die Stadttambouren seit 1921. Ihre ursprüngliche Aufgabe ist es, kulturelles Organ der Stadt Wil zu sein und typische Wiler Umzuge wie das "Stäckliträge" und den Silvesterumzug musikalisch zu umrahmen. Immer öfter präsentiert der Verein sein musikalisches Können an verschiedenen kulturellen und gesellschaftlichen Anlässen im In- und Ausland. Nach dem Beitritt in den ostschweizerischen wie in den schweizerischen Tambourenverband Anfang der dreissiger Jahre des 20. Jahrhunderts wird auch die Teilnahme an Verbands- und eidgenössischen Wettspielen zum festen Bestandteil im Jahresprogramm des Vereins. Eine äusserst erfolgreiche Zeit beginnt 1966, als Fredy Tribelhorn die musikalische Leitung der Stadttambouren übernimmt und die Stadttambouren an Wettspielen regelmässig zu Spitzenrangierungen führt. 1978 sind die Stadttambouren Organisatoren der eidgenössischen Tambouren-, Pfeifer- und Claironwettspiele in Wil - ein unvergesslicher Anlass in der Äbtestadt. Seit 2003 wird der Verein von Philipp Rütsche dirigiert. Auch unter seiner Leitung sollen die Stadttambouren weiterhin zu den gesamtschweizerisch besten ihres Fachs gehören. Damit dies möglich ist, investieren die Stadttambouren - wie seit jeher - sehr viel in die Ausbildung von jungen Tambouren und Claironisten, die bereits ab acht Jahren in der Jungtambouren-Abteilung mittun können. So zählt der Verein Anfang 2005 knapp 70 Jungtambouren und Aktivmitglieder. Aber auch innerhalb des ostschweizerischen wie des schweizerischen Tambourenverbandes sind die Wiler mit eigenen Funktionären sehr aktiv.

Instrumentierung Die wichtigsten Instrumente der Stadttambouren - die Basler Trommel und das Clairon - sind sehr traditionell. So zählt die Trommel zu den ältesten Musikinstrumenten überhaupt und gelangte aus dem Orient nach Europa. Auf eidgenössischem Gebiet entstand im Verlaufe des 15. Jahrhunderts das sogenannte Feldspiel, das für die eidgenössischen Heere typisch wurde. Es war jedoch nicht nur das Wehrwesen, sondern auch Brauchtum, kirchliche Feste und das Zunftleben, welche die Entwicklung des Trommelns in der Schweiz förderten. Diesem traditionellen Trommeln sind die Stadttambouren im 20. Jahrhundert verpflichtet. Im modernen Trommeln des 21. Jahrhunderts stehen nicht so sehr Märsche mit Basler Trommeln im Vordergrund, sondern immer virtuosere Kompositionen, die mit Showelementen vermischt und von Perkussionsinstrumenten unterstützt werden. Das Clairon, das zweite wichtige Instrument der Wiler Stadttambouren, gehört zur Familie der Naturhörner, zu denen die bekannten Posthörner, Jagdhörner und Alphörner zählen. Das Clairon ist besonders in Frankreich und in der Schweiz ein beliebtes, ventilloses B-Horn, auf welchem sechs Naturtöne gespielt werden. Ursprünglich wurde das Clairon für Ruf- und Warnsignale eingesetzt. Die Stadttambouren verwenden das Clairon als Bereicherung des rhythmischen Trommelspiels. Oft wird das Clairon mehrstimmig zusammen mit einem Bass-Clairon, Fanfaren und Ventil-Instrumenten gespielt.

Repertoire Es sind also nicht mehr nur die beiden traditionellen Instrumente Trommel und Clairon, welche bei den Stadttambouren Wil eingesetzt werden. Vielmehr sind diese Teil einer sehr reichen Instrumentierung, die auch verschiedenste Perkussionsinstrumente sowie Ventilinstrumente umfasst. So ist es dem Verein möglich, mit einer äusserst abwechslungsreichen musikalischen Palette aufzuwarten und diese in Marsch- oder in Konzertformation zum Besten zu geben. Das Repertoire der Stadttambouren reicht von mehrstimmigen und gemischten Arrangements über traditionelle Trommelmärsche, atemberaubende Kompositionen, mitreissende Perkussionsstücke bis hin zu ausgefallenen Rhythmen in Show-Kompositionen, in denen - ganz à la "Stomp" - ganz normale Alltagsgegenstände oder gar der eigene Körper plötzlich als Rhythmusinstrumente dienen.

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Quelle: wilnet.ch