Am 31.3.1994 ist das neue Puppen- und Spielzeugmuseum von Zaidee Jung aus Zuzwil im alten Schmalzhaus an der Marktgasse 74 eröffnet worden. Der VVW hat sich dafür verwendet, dass dieses Museum nach Wil kommt und sich bei der Suche nach einem geeigneten Standort engagiert. Eine weitere Leistung war ein neuer Prospekt für das Museum, der mit den übrigen Werbemitteln der Stadt zur Verteilung gelangte. Der VVW hat sich auch stark gemacht für einen finanziellen Beitrag der Stadt Wil an das Museum. "Der jährliche Beitrag der Stadt Wil von Fr. 10'000.- ist als Starthilfe gedacht und wird sich in den Jahren ab 1997 sukzessive reduzieren" (Vorstand 12.9.1995). Zur Jahresrechnung des VVW 1994 wird vermerkt: "Als einmaliger Beitrag wurden Fr. 7'983.- ans Puppenmuseum ausgerichtet (...). Diese Starthilfe wird nun als abgeschlossen betrachtet" (HV 27.3.1995). Der Besuch des Museums lässt zu wünschen übrig. Immerhin: Es ist "das einzige derartige Museum im ganzen Kanton St. Gallen und findet dementsprechend auch beim Tourismusverband St.Gallerland Beachtung in der Werbung für Wil" (Vorstand 13.3.1995). "Die Zukunft des Puppenmuseums ist ungewiss. Herr und Frau Jung überdenken die Situation" (Vorstand 18.3.1997). "Der VVW setzte sich für sein Zustandekommen ein im Sinne einer Belebung der Altstadt. Seit 1996 gehört wenn immer möglich ein Besuch im Museum zu jeder Altstadtbesichtigung. Dabei wird ein Apero ausgeschenkt, offeriert vom VVW und der Stadt Wil, was auf äusserst positives Echo stösst" (HV 21.4.1997). "Eine Unterstützung des Museums in dieser Richtung könnte im Hinblick auf eine zukünftige Reduktion des städtischen Beitrags eine versöhnliche Geste sein (...). Wil muss sich den Touristen, die hier verweilen, gut verkaufen. Diese Geste ist eine Werbung eigener Art und wirksamer als teure Inserate" (Vorstand 10.4.1996). "Die kostspielige Führung des Puppenmuseums wird zur Zeit vom Ehepaar Jung kritisch analysiert" (HV 21.4.1997). Im Vorstand wird bemerkt, dass "die Tendenz zum Aufhören spürbar" ist (Vorstand 25.8.1997). Jungs suchen nach einer neuen Lösung der Finanzierung. "Aeusserungen deuten darauf hin, dass der Standort Wil aufgegeben wird" (Vorstand 21.10.1997). Die letzte Führung durch den VVW im Puppenmuseum fand im September 1998 statt.
(aus: 125 Jahre Wil Tourismus 2009)