Um das Jahr 1900 wurden in fast allen größeren Städten sowie in den sich touristisch entwickelnden Ortschaften Wetterstationen errichtet. Meist bestückt mit einer Vielzahl von meteorologischen Instrumenten sollte jedem Bürger beziehungsweise Gast die Möglichkeit eingeräumt werden, sich ein Bild vom Wettergeschehen machen zu können. Einige dieser Wettersäulen haben die vergangenen hundert oder mehr Jahre beinahe unbeschadet überstanden oder wurden zwischenzeitlich restauriert. Keine Säule gleicht der anderen, denn die architektonische Vielfalt ist gross. So hat auch Wil im Jahre 1909 eine Wetterstation erhalten. In der Schweiz sind heute nahezu 110 Wettersäulen bekannt.
Im Jahre 1976 hat Georg Rimensberger zum Jubiläum 750 Jahr Äbtestadt Wil eine Seite mit einer kunstvollen Illustration versehen.
Bis zum Juni 1998 erfreute die Wetterstation in der Allee tausende Passanten, die sich auf dem Weg zum oder vom Bahnhof noch über das aktuelle Wetter informierten. Leider hat sich im Laufe der Zeit der Zustand der Wettersäule verschlechtert. Der Verkehrsverein sah sich zu diesem Zeitpunkt nicht in der Lage die Wetterstation zu restaurieren, so entschloss man sich die Station der Stadt zu schenken. Der Stadtrat hat die Schenkung des VVW ohne Auflage angenommen. Im Eigentum der Stadt Wil befinden sich somit folgende Anlagen in der Allee: das Soldatendenkmal, die Wettersäule und die Toiletten-Anlage. Der 1895 erstellte Brunnen inmitten der Allee gehört der Ortsbürgergemeinde Wil, die auch Besitzerin der Allee ist.
Der Stadtrat hat beschlossen, über den Erhalt und die Restaurierung der Wettersäule erst im Zusammenhang mit der allgemeinen Neugestaltung der Allee, nach Abschluss des Stadtsaalbaus, zu entscheiden. Um die sanierungsbedürftige Wettersäule vor weiteren Schäden zu schützen, wird sie entfernt und vorübergehend eingelagert.
Seither lagerte die Wettersäule in einem Depot des Werkhofes der Stadt Wil. Immer wieder wurden Stimmen von Bürgern der Stadt Wil laut, die die Wetterstation vermissten. In einem Zeitungsartikel in der Wiler Zeitung vom 14. Februar 2002 beschreibt Christof Okle die Wetterstation und schliesst mit dem Zitat von Stadtrat Werner Oertle, dass die Station wahrscheinlich nicht mehr in die Allee zurück kommt. Einige Vorstandsmitglieder des VVW waren darüber sehr enttäuscht, so dass sich Walter Engelhard Vorstandsmitglied des VVW und Geschäftsführer der Firma Stihl in Wil entschloss die Wetterstation zu restaurieren und bis ein anderer Standort in der Stadt gefunden ist auf dem Areal der Firma Stihl AG in Wil aufzustellen.
Nach diversen Abklärungen wurde im Herbst 2003 der Firma Felix Hotz dipl. Bildhauermeister in Weinfelden der Auftrag erteilt, die Wetterstation zu restaurieren. Die Instrumente waren zum Teil beschädigt nur der Thermometer konnte gereinigt und wieder verwendet werden. Ein neues Hygrometer und Barometer mussten eingebaut werden. Lieferant dieser Instrumente ist die Firma Venturini in Wil.
Die Illustration von Georg Rimensberger aus dem Jahre 1976 wurde entfernt und ins Depot des Stadtarchivs Wil gegeben, an dieser Stelle wird eine Zusammenfassung des Schulwesens der Stadt Wil von der ersten Erwähnung einer Lateinschule in Wil bis zur Eröffnung der Kantonsschule im August 2004 angebracht. Da die neue Kantonsschule in unmittelbarer Nachbarschaft zum neuen Standort ist macht es Sinn die Entwicklung des Schulwesens an diesem Ort darzustellen.
In der Hoffnung dieses schöne Wiler Baudenkmal wird die von der Hub nach Wil kommenden Gäste und die neuen Kantonsschüler erfreuen, wurde am 13. April 2004 die Wetterstation durch die Unterstützung der Firma Stihl AG wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Nach dieser Zwischenzeit bei der Fa. Stihl steht die Säule heute im Areal des Alterszentrums Sonnenhof.
(mehr Information siehe Textfile)


