Der Themenkreis Kunst an der Landesausstellung in Zürich 1939 war in drei Teile gegliedert: zwei Ausstellungen im Zürcher Kunsthaus und mehr projektbezogene Arbeiten auf dem Ausstellungsgelände am See. Als ersten Teil zeigte das Kunsthaus von Mai bis Juli einen Überblick über zweitausend Jahre Malerei, Zeichnung und Skulptur in der Schweiz. Der zweite Teil war der schweizerischen Gegenwartskunst gewidmet, mit Leihgaben der betreffenden Künstlerinnen und Künstler und aus Privatsammlungen. Auf dem Ausstellungsgelände waren den Kunstschaffenden bestimmte Aufgaben gestellt worden, die Kunstwerke sollten sich in die Architektur der Anlage schmückend und ideell integrieren sowie in die jeweilige Thematik der verschiedenen Ausstellungshallen. Werner Hilber gestaltete mit seinem Relief Landwirtschaft aus Kunststein die Vorhalle der Abteilung Pflanzenbau. Das Marktstädtchen Wil hat ihn beim Relief für die Schweizerische Landesausstellung 1939 in Zürich inspiriert. In den Jahren 1936-39 entstand bereits eine kleinformatigere Ausführung, das Bronzerelief Kleine Landi.
Das grosse "Landi-Relief" befindet sich heute im Restaurant und Veranstaltungssaal des Migros-Genossenschaftsbundes im Hochhaus am Limmatplatz in Zürich. Beide Ausführungen sind von der Darstellung her identisch: sie zeigen eine Marktszene. Dieses Motiv schlug Werner Hilber bereits 1938 als Reliefplatte für einen weiteren Brunnen in der Stadt Wil vor, was aber nie zur Ausführung kam. Die Thurgauer Zeitung vom 5. Nov. 1938 schrieb dazu im Artikel "Künstlerischer Brunnenschmuck" Thema: Wil als Marktort: "...Wer an Herbsttagen das bunte Treiben einmal gesehen hat, die reizenden Bilder, kräftigen Bauern, ländlichen Schönheiten, Kind und Kegel, Tiere und Früchte, der wird sich freuen, ein solches Bild hier zu finden. Eine Marktszene: Da sehen wir einen breitschultrigen Bauer mit einem kraft-strotzenden, unbändigen Muni, zwei Schönheiten, eine währschafte Landskraft und eine Bäuerin, schon etwas vertraut mit "städtischer Kultur". Dazwischen eine kleine Gruppe von unvergleichlicher Weichheit und rührender Herzlichkeit: ein Kleines, an eine Zaine gelehnt, spielt mit lachenden Früchten, und ein drolliges "Säuli" leistet Gesellschaft."
(Werner Hilber-Stiftung Hrsg; Werner Hilber, 2000)