In der Botschaft des Bundesrates an die Bundesversammlung vom 13. Juni 1904 wurde auf den Erwerb und den Bau von weiteren Eidgenössischen Zeughäusern hingewiesen, die infolge der Neubewaffnung der Feldartillerie nötig wurden. Im Kanton St. Gallen mussten statt wie bisher vier in Zukunft acht Batterien untergebracht werden, doch genügten die für die St. Galler Batterien benutzten Räumlichkeiten im Zeughaus beim Klosterhof nicht mehr, und eine Erweiterung des Zeughauses war nicht möglich. Alle beteiligten Stellen hatten Wil als den in jeder Beziehung geeignetsten Ort für die Unterbringung der vier bisherigen und einer neuen Batterie bezeichnet. Der Kanton St. Gallen erklärte sich bereit, auf eigene Kosten das erst vor wenigen Jahren neu erstellte Zeughaus in Walenstadt zu vergrössern, konnte sich aber für den Bau eines neuen Zeughauses und eines Munitionsmagazins in Walenstadt aus finanziellen Gründen nicht entschliessen.
"Durch diese Dislokation des Artilleriematerials von St. Gallen nach Wil würde ein weiterer Schritt getan in der Dezentralisation resp. Entlastung der grossen Zeughäuser, wie sie in den Kantonen Zürich und Bern mit Hülfe des Bundes durchgeführt wurde, wo sie seit Jahren sich bewährt hat", wurde in der Botschaft berichtet.
Mit Bundesbeschluss vom 5. Mai 1905 genehmigte die Bundesversammlung den Bau eines Zeughauses und eines Munitionsmagazines in Wil, wofür ein Kredit von 189'900 Franken eröffnet wurde. Durch Kaufvertrag vom 18. November 1905 erwarb der Bund 9'607 m2 Boden vom Gemeindegut im Zelgle, zum Ausnahmepreis von 70 Rappen per m2. Das neue Zeughaus konnte 1906 bezogen werden.
Leiter des Zeughauses 1906 - 1914 August Beller 1914 - 1936 Hauptmann Andreas Bärlocher 1936 - 1948 Oberstleutnant Urban Luck 1948 - 1978 Oberstleutnant Willi Rieder Die Verhandlungen des Wiler Gemeinderates und der Wiler Ortsgemeinde sind in den Textdateien nachzulesen.
Mit der Redimensionierung der Schweizer Armee wird auch das Zeughaus Wil nicht mehr nötig sein. Die Diskussionen über weitere Nutzungen haben begonnen.







