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Obere Mühle, Hofbergstrasse Nr. 3

Häuser · Raum

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Die Mühlen gehören zu den ältesten Gebäuden Wils. Sie waren seit dem Mittelalter grundherrliche Betriebe. Als Stadtherr konnte der Abt seine Untertanen zwingen, ihre Frucht in den äbtischen Mühlen mahlen zu lassen. Daher die Bezeichnung "Zwingmühlen". Der Abt verlieh die Berechtigung zum Mühlegewerbe. Die damit verbundenen Abgaben gehörten zu den interessantesten Einkünften des Stadtherrn. Die obere und untere Mühle (heute Häuser Nr. 50/52 an der oberen Bahnhofstrasse) wurden vom Bach betrieben, der von Rossrüti her kommend vor Wil sich in zwei Läufe trennte, den westlich vom Stadtweiher durchfliessenden Krebsbach und den der oberen Vorstadt und am Fuss des Stadthügels entlang ziehenden Mühlebach. Dieser durchfloss später den oberen Weiher. Noch immer fliesst der Krebsbach als Teil dieser einst so wichtigen Wasserquelle, die den Zufluss zu den beiden Weihern bildete und später von Industriebetrieben im neuen Wil nutzbar gemacht wurde.

Bereits zu Beginn des 14. Jahrhunderts bestand die obere Mühle, die des Süssen Mühle hiess. Vermutlich deutet der "Süsswinkel" in der oberen Vorstadt auf den Namen dieses Mühlebesitzers. Zur Zeit von Abt Heinrich von Ramstein (reg.1301-1318) nennt eine äbtische Urkunde erstmals 1315 die "obern mülinen". Auf dem Holzschnitt in der Chronik des Johannes Stumpf erkennt man die damalige Mühle (1548) mit zwei Mühlrädern unter einem Vordach.

(Ruckstuhl, Benno; Die Altstadt von Wil, Wil 1998) Heute werden die Räumlichkeiten der oberen Mühle als städtisches Jugend- und Freizeithaus genutzt.

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Quelle: wilnet.ch