Erster Bau Das katholische Pfarreizentrum wurde am 7. November 1970 eingeweiht. Nachdem 1967 das Projekt noch gescheitert war, wurde es in der Abstimmung vom 30. Juni 1968 angenommen. Entworfen hatte es der Zürcher Architekt Alois Müggler. Allerdings war es ein steiniger Weg bis zur Einweihung, Differenzen in der Bauleitung und technische Probleme brachten Verzögerungen. Im Jahr 2006 wurde mit der Planung eines Um- bzw. Neubaus begonnen, der fristgerecht am 12./13. September 2009 eingeweiht werden konnte.
Das neue Katholische Pfarreizentrum Wil Ein festlicher Ort, an dem Menschen gemeinsam das Leben feiern.
Wer wandert, der muss ab und zu auch rasten, um wieder zu Kräften zu kommen.
Eine solche Raststätte auf dem Weg durchs Leben soll auch das nun umfassend sanierte und erweiterte Katholische Pfarreizentrum Wil sein: Ein Ort, an dem Jung und Alt wieder «auftanken» können… Ein Ort mit Ausstrahlung Die Idee zum Bau eines Katholischen Pfarreizentrums ist unter anderem eine Folge des II. Vatikanischen Konzils, das von 1962 bis 1965 in Rom stattfand und zum «Aggiornamento» (Heutigwerden) aufrief und den Geist der Erneuerung umschreibt.
Kurz nach der Eröffnung des Katholischen Pfarreizentrums Wil im Jahr 1970, fand der «Geist des II. Vatikanischen Konzils» seine Fortsetzung auf lokaler Ebene: So wurde mit der «Synode 72» der Wille zum Aufbruch bekräftigt und eine «menschennahe und unverkrampfte» Auslegung der «Frohen Botschaft Christi» eingeleitet. Die «geschwisterliche und brüderliche» Verbundenheit zu Mitchristen und Mitmenschen anderer Religionen war wesentlicher Bestandteil der allgemeinen Aufbruchstimmung in eine neue Zeit.
Die «Synode 72» fand im neu erbauten Katholischen Pfarreizentrum Wil statt – eine Ehre und Referenz zugleich für die Pfarr- und Kirchgemeinde Wil. Die Äbtestadt Wil wurde so zum Zentrum des Disputes, der Diskussion, der inneren Verbundenheit und der theologischen Auseinandersetzung und erfuhr durch eine breit angelegte Öffentlichkeitsarbeit eine überregionale Ausstrahlung und Beachtung.
Das Leben feiern Auch das sanierte und neu gestaltete Pfarreizentrum, das wir nun den Pfarreiangehörigen zur Nutzung übergeben dürfen, «atmet» noch immer den Geist des Konzils und der Synode und soll so weiterhin ein Ort der Begegnung und des konstruktiven Disputes sein; unsere Mitmenschen sollen auf ihren Wegstrecken begleitet und unterstützt werden. So wünschen sich der Kath. Kirchenverwaltungsrat, der Pfarreirat und das Seelsorgeteam, dass das Katholische Pfarreizentrum weiterhin ein einladendes Haus bleibt und sich zu einer Stätte der respektvollen und freundschaftlichen Begegnung und Auseinandersetzung entwickelt – und schliesslich zu einem Ort wird, an dem Menschen im Zentrum stehen und gemeinsam und voller Freude das Leben feiern.
Josef Fässler, Präsident Kirchenverwaltungsrat Meinrad Gemperli, Stadtpfarrer Martin Kaiser, Präsident Pfarreirat Ein langer Prozess und viele kleine Schritte führten endlich zum grossen Ziel Ein Sprichwort besagt, dass nur jener gelebt, der ein Haus erstellt habe. Ob’s stimmt, sei mal dahin gestellt. Unzweifelhaft ist jedoch das neu gestaltete Katholische Pfarreizentrum vom Ambiente her sehr «lebendig». Doch dafür waren viele Schritte notwendig.
Ende 2004 beschloss der Katholische Kirchenverwaltungsrat, das Katholische Pfarreizentrum zu sanieren. Bauliche und energetische Mängel verlangten ein zwingendes Handeln. Der Gebäudestandort und die gute Zentrumslage sprachen für eine Sanierung und Erweiterung des bestehenden Katholische Pfarreizentrums. Eine umfassende Bestandesanalyse bildete die Basis für einen Studienauftrag, der fünf ortsan-sässigen Architekten erteilt wurde.
Viele Schritte nötig Das Projekt «Fokus» der Architekten «Angehrn & Spiess», Wil, vermochte die Jury durch die plastische Qualität der bestehenden Gebäude und deren zeittypische Materialisierung am meisten zu überzeugen. Der Souverän hiess an der Kirchbürgerversammlung vom 7. April 2006 den Projektierungskredit von 550 000 Franken gut. Am 18. April 2006 wurden die Architekten «Angehrn & Spiess» und die Baukommission mit der Erarbeitung des Detailprojekts beauftragt. Am 22. November 2006 wurde die Öffentlichkeit über das Detailprojekt mit mutmass-lichen Kosten von rund 12,3 Millionen Franken orientiert. Die Kirchbürgerversammlung vom 13. April 2007 stimmte einer Steuererhöhung von zwei Steuerprozenten zu, welche zur Verzinsung der Hypotheken und für Abschreibungen verwendet werden wird. Am 24. Juni 2007 stimmten die Kirchbürgerinnen und Kirchbürger dem Projekt «Fokus» und dem beantragten Kredit von 12,3 Millionen Franken mit 56,8 Prozent zu.
Die Abbruch- und Sanierungsarbeiten verliefen unfallfrei. Das renovierte und erweiterte Katholische Pfarreizentrum mit seinem breiten Raumangebot ermöglicht eine vielseitige und multifunktionale Nutzung.
Urs Bachmann, Baukommissionspräsident Ein moderner Architektur-Stil, der zeitbezogen und zeitlos zugleich ist Wer das Katholische Pfarreizentrum betritt, erlebt einen hellen Raum, der gerade seiner modernen Formen- und Farbsprache wegen zum geselligen Verweilen einlädt. Hier hat man es verstanden, Bewährtes zu bewahren und zugleich aktuelle Akzente zu setzen.
2006 erhielt unser Büro den Auftrag, das 1970 erbaute Katholische Pfarreizentrum zu sanieren und zu erweitern. Die klare Baustruktur und die gute Substanz spornten uns an, dem Bau mit Respekt zu begegnen.
Es war klar, dass der Charakter des Hauses erhalten bleiben sollte. Und doch änderte sich viel. So wurden die das Zentrum prägenden Elemente – Sichtbeton und Sichtbackstein – mit neuen Materialien kombiniert, wodurch die Räume heller wurden. Das Foyer wurde mit einem zweigeschossigen Raum erweitert und die Wendeltreppe und ein Lift verbinden alle drei Stockwerke, wodurch im Untergeschoss ein Platz mit Tageslicht entstand. Das Café lässt sich zum Park hin öffnen und durch das Öffnen der Elementschiebewand dem Niklaussaal angliedern. Die Neustrukturierung bringt eine klare Trennung der Bereiche Saal, Konferenz- und Gruppenräume, Administration, Seelsorge und Jugendarbeit, so dass gleichzeitig verschiedene Anlässe durchgeführt werden können.
Bernhard Angehrn, Architekt






















