Die kantonalen Psychiatrischen Dienste Sektor Nord Der Grosse Rat des Kantons St. Gallen hatte um 1884 beschlossen, ein zweites "Asyl für Unheilbare und Altersschwache" neben der bestehenden Anstalt in St. Pirminsberg einzurichten. 1886 wurden die Anforderungen für den Standort formuliert:
1. Nähe einer Bahnstation, doch zugleich etwas abgeschiedene Lage mit möglichst schöner, sonniger Aussicht.
2. Warmes Klima, guter Boden und trockener Baugrund.
3. Ein zusammenhängendes, ertragsfähiges Grundstück in möglichst ebener Lage, etwa 36 Hektaren gross, behufs zweckmässiger Anlage und späterer Entwicklung der Anstaltsgebäude und Beschäftigung der Insassen in landwirtschaftlichen Arbeiten.
4. Genug gutes Trinkwasser mit der Möglichkeit der Leitung in alle Anstaltsräume, wenn möglich mit Hydrantendruck und einem Quantum von 100 Minutenliter.
5. Annehmbarer Ankaufspreis.
Aus 40 Angeboten wurden fünf zur näheren Prüfung ausgewählt, darunter auch Wil, allerdings zuerst noch ein Platz im Bergholz. Es zeigte sich, das vor allem Oberkirch bei Kaltbrunn alle Bedingungen gut erfüllte, nur war die Bodenfläche etwas zu klein. Da wurde eine weitere Offerte aus Wil eingereicht, und zwar neu das "Eggfeld" umfassend. Dort war reichlich und gutes Wasser vorhanden, der Anschluss an das 1875 neu eingerichtete Wiler Wasserleitungsnetz mit eisernen Rohren bot die beste Gewähr, dieses in der geforderten Menge und Qualität zu erhalten.
Und dies war, neben vor allem verkehrstechnischen Argumenten, einer der ausschlaggebenden Gründe, wieso die Expertenkommission dem Standort Wil den Vorzug gab. In der entscheidenden Grossratssitzung vom 23. November 1888 wurde Wil nach "grosser Redeschlacht" im zweiten Wahlgang zum neuen Standort gewählt. 1892 konnten die Häuser bezogen werden, die Kantonalen Psychiatrischen Dienste - Sektor Nord, wie die Klinik heute heisst, wurde zu einem der grössten Arbeitgeber in Wil am Ende des 19. Jahrhundert. www.psychiatrie-nord.sg.ch






