Der Hof erstarrt in herbstlichem Glanz Der Hof erlebt zu Beginn des Jahrhunderts unter Abt Leodegar Bürgisser eine neue Blüte. Doch bereits 1712 folgt eine ernsthafte Prüfung: Im zweiten Villmergerkrieg beschiessen Berner und Zürcher Truppen Wil, erobern die Stadt und nehmen im Hof ihr Hauptquartier. Erst 1718 kommt die Stadt mit dem Frieden von Baden wieder zur Ruhe. Der Hof sinkt bei den St.Galler Äbten mehr und mehr in Vergessenheit. Abt Cölestin Gugger von Staudach betreibt hohe Kirchenpolitik. Er baut die Klosterkirche und die Stiftsbibliothek St.Gallen neu, im Hof zu Wil aber erneuert er lediglich den Fürstensaal. Sein Nachfolger Abt Beda Angehrn benötigt sein Geld für den Bau von Landkirchen und für die Fürstenlandstrasse von Rorschach nach Wil; im Hof hinterlässt er keine Spuren. So wird es im Hof ruhig, bis das Geschrei der 1798 eindringenden Franzosen die Hallen durchdröhnt. Die Revnlutionstruppen sind nicht zimperlich, sie plündern und brandschatzen, erbrechen das Archiv und benutzen den Hof als Quartier und Lazarett. Die Französische Revolution ereilt die Schweiz, die alte Ordnung bricht zusammen und mit ihr auch die äbtische Herrschaft. Eine 500-jährige Ära geht zu Ende.
