Fürstabt Ulrich Rösch baut eine Aussenpfalz Die Bedrängnisse des Abtes greifen auf die Landschaft hinaus. Die Appenzeller bekämpfen den Abt und schleifen seine Burgen. Die Stadt Wil kann sich aus den Streitigkeiten heraushalten und übersteht im Alten Zürichkrieg von 1440 bis 1446 mehrmalige Belagerungen durch Zürcher Truppen. Mit Abt Ulrich Rösch, einem Bäckerssohn aus Wangen im Allgäu, tritt ein starker, machtbewusster Abt auf. Er kauft nicht nur die Grafschaft Toggenburg, sondern schafft einen St.Galler Klosterstaat mit Offnungen für die Gemeinden und klaren Rechtsverhältnissen. Wil profitiert von diesem starken Abt, wird zur heimlichen Hauptstadt des Fürstenlandes und erfährt umfangreiche bauliche Veränderungen. Der Hof wird zur Pfalz und zum viel besuchten Sitz des Abtes aufgewertet. Eine Statthalterei entsteht, deren Amtsinhaber nicht nur die Wiler Besitzungen, sondern auch das neu erworbene Toggenburg verwalten. Ein neues, mächtiges Walmdach überwölbt den ganzen Hofkomplex, ein Zwinghof entsteht als Zeichen der Immunität. Im Innern wirkt der Winterthurer Maler Hans Haggenberg und verschönert verschiedene Bauteile mit Wappenmalereien und figürlichen Darstellungen. Eine für den Hof geschaffene Küchenordnung ist äusserlicher Zeuge für die innere Ordnung, die Rösch in seiner Pfalz errichtet. 1491 stirbt Fürstabt Ulrich Rösch in Wil.


