Wie so manches Haus in der Altstadt hat auch der etwas prosaisch "Rathaus-Nebengebäude" benannte Bau eine "wirtschaftliche" Vergangenheit. In der ehemaligen Speisewirtschaft mit Metzgerei wurde 1901 die 416 Pfund schwere, "weltberühmte und überall beliebte Kolossaldame Pauline Berg" dem staunenden Publikum präsentiert.
Die vielen Wirts- und Gasthäuser entsprachen an einem Marktort und Handelsplatz einem Bedürfnis. So lesen wir in der Einleitung eines äbtischen Wirts-Mandates für die Stadt Wil aus dem Jahre 1660:
"Demnach nit die wenigste notwendigkait wegen frömbden durchraisenden Persohnen /sondern auch die wol anständigkait einer Statt unnd Landt ist / wol bestellte Würtschafften und Herberg in denselbigen zehaben ... 1940 wurde das baufällige "Schwert" abgebrochen und als Erweiterung des Rathauses neu errichtet. Der Wiler Kunstmaler Karl Peterli (1897-1975) gab dem Haus auch nach aussen den amtlichen "Anstrich". Er malte auf seine Fassade das Stadtwappen mit den Stadtpatronen St.Nikolaus und St.Agatha.
(Ruckstuhl, Benno; Die Altstadt von Wil, Wil 1998)

