Am Weihnachtstag 1744 zerstörte eine Feuersbrunst an dieser Stelle drei Häuser, darunter ein Kaplaneihaus. Weil die Stadt vor grösserem Schaden bewahrt blieb, pilgerten Schultheiss und Rat mit 223 Personen nach Einsiedeln.
In den Jahren 1748/50 entstand ein Neubau. Er präsentiert sich recht vornehm als ein barocker Eindringling in der Front der alten Bürgerhäuser. Der stattliche Bau diente als städtisches Korn- und Weinlager. Architekturmalerei und Farbgebung verleihen der Fassade plastische Wirkung und ein herrschaftliches Gepräge. Mit dem neuen Farbanstrich von 1975 erhielt auch das Altstadtbild von Wil sein auffälliges blaues Haus und damit sein vorwitziges "enfant terrible".
(Ruckstuhl, Benno; Die Altstadt von Wil, Wil 1998)
