Beim Aufstieg zur Oberen Kirchgasse kommt man am Wolladen Brühwiler "Zum Zebra" vorbei. Das schmale Bürgerhaus befand sich um 1834 im Besitz der Erben von Joseph Keller, Kaufmann in Wil. Bei der öffentlichen Versteigerung im gleichen Jahr erwarb es Carl Rüthi. Prominentester Bewohner des Hauses war Franz Müller, dessen Ansichten und Stiche das "Alte Wil" lebendig werden lassen. So verdanken wir ihm, der ja gerade vis à vis wohnte, u.a. das Bild der alten "Stadtmetzg".
Mit der Eröffnung am 26. Januar 1889, wird erstmals die "Wein-und Bierhalle zum Zebra" erwähnt. Konrad Ittensohn, der erste Wirt, war ein ausgezeichneter Schütze, der oft bekränzt von Schützenfesten heimkehrte. Er beschäftigte sich auch mit Stickerei und Stickereiprodukten, die er "stets gegen baar" kaufte. In den folgenden Jahren erlebte nun das "Zebra" verschiedene Höhen und Tiefen, zwei Konkurse und ein Patententzug wegen unlauterer Betriebsführung waren zu verkraften. Im Jahr 1915 war "der Schnauf" endgültig draussen, die Wirtschaft ging ein.
(Olbrich, Willi; Gastliches Wil, Wil 1989)