Arbeit & Wirtschaft

Wirtschaft zum "Roten Gatter" bzw. "Sennhof"

Gastgewerbe · Arbeit & Wirtschaft

Diethelm Blarer von Wartensee aus Konstanz war der erste Abt des Klosters St. Gallen, der 1531, also kurz nach der Reformation, wieder in Wil einzog. Er residierte wie seine Vorgänger im "Hof". Nach Osten hin erweiterte er die Pfalz mit dem sogenannten "Rothen Gatter". Am St. Urbanstag des Jahres 1540 wurde mit dem Anbau begonnen. Herr Stadthalter Glus half den ersten Stein legen und befestigte ihn eigenhändig mit drei Kellen Pflaster. Dieser nach dem damals rot gegitterten Tor benannte Anbau fand bald Verwendung als Wirtschaft. So wurden zum Beispiel im Jahre 1636 Pilger aus Konstanz und Überlingen, die durch Wil zogen, in der Wirtschaft "zum Rothen Gatter" verpflegt. 1797 findet sich Franz Anton Hug als "Rotgatterwirt", 1811 ein Joseph Schönenberger, bevor die Wirtschaft vorübergehend einging.

1815 erwarb Baron Nepomuk Wirz ä Rudenz, ehemaliger Reichsvogt, nun Kantonsrat, das Ausschankrecht, das schon lange vorher bestand, aber nicht immer ausgeübt wurde. Allerdings ging die Wirtschaft "zum Rothen Gatter" bereits um 1830 endgültig ein. Später wurde in den Räumlichkeiten eine Käserei eingerichtet, worauf sich der Name "Sennhof" einbürgerte.

(Olbrich, Willi; Gastliches Wil, Wil 1989)

Quelle: wilnet.ch