Das stattliche Bürgerhaus am Hofplatz 61 erscheint erstmals in der Wirteordnung von 1620 als "Taferne zum weissen Kreuz". Das Gasthaus war zur Zeit des Dreissigjährigen Krieges, als auch durch Wil Pilger nach Einsiedeln oder Santiago de Compostela zogen, als billige Herberge bekannt. Im Verlaufe der Zeit wurde aber aus dem Gasthaus eine Pintenwirtschaft, die nur noch Getränkeabgaben zu entrichten hatte. Ab 1825 hiess die Wirtschaft neu "zum Sternen". 1853 erwarb Goldschmied Carl Zuber die Wirtschaft für Fr. 8'500.- vom ehemaligen "Engelwirt" Joseph Zuber. Nach dem Tod von Carl Zuber in den 80er-Jahren führte seine Witwe den Betrieb bis 1883 weiter. Bei der Versteigerung am 18. Oktober 1883 gelangte das ganze Mobiliar, nämlich 4 lange Tische, 10 lange Bänke, Kupfergeschirr und 12 Weinfässer von 13 bis 100 Eimer Inhalt zum Verkauf. Aus diesen einfachen Gegenständen lässt sich unschwer die Pinte erkennen. Mit der Versteigerung war der "Sternen" vorläufig aufgehoben.
Josef Keller, gelernter Glaser aus Gähwil, war es, der den "Sternen" wieder aktivierte. Am 18. Juli 1890 eröffnete er seine Speisewirtschaft, die er neun Jahre führte. Mit Heinrich Schmid, der im April 1908 Konkurs machte, war ein letzter Wirt gefunden. Im selben Jahr wurde die Wirtschaft endgültig aufgehoben.
(Olbrich, Willi; Gastliches Wil, Wil 1989)