Die ehemalige Wirtschaft "Zu den drei Königen" an der Kirchgasse ist unschwer zu erkennen, stellt doch an der breiten Hausfassade ein Gemälde die drei Heiligen aus dem Morgenlande dar. Der Renaissancebau mit bemalten Balkendecken und einem Renaissance-Fresko lässt auf begüterte Bewohner zu Beginn des 15. Jahrhunderts schliessen. Beim Umbau des ersten Stockwerks anno 1975 war das Fresko entdeckt worden. Datiert ist es aus dem Jahre 1553 und zeigt eine Badeszene.
Im Jahre 1873 erwarb Johan Hug, seines Zeichens Metzger, die Speisewirtschaft zu den "Drei Königen" an der Kirchgasse. Am 16. Februar 1873 war die Eröffnung. Bereits 5 Jahre später finden wir das Gebäude, nämlich "ein Wohnhaus, an der Kirchgasse gelegen, mit Metzgereinrichtung und Wirthschaft, assekurirt für Fr. 12'500. - nebst dazugehöriger Hofstatt" in der Konkursmasse des Metzgers Hug. Zur Versteigerung gelangten u. a. auch ca. 100 Eimer Most, ca. 10 Eimer Wein sowie die gesamte Wirtshauseinrichtung. Der neue Besitzer, Josef Kilian Scherrer, eröffnete erst ein Jahr später, am 11. Februar 1879. Bereits zu Sylvester 1880 übernahm Franz Xaver Sailer das Zepter. Aus der einstigen Speisewirtschaft wurde 1881 eine Pinte - allerdings nur für fünf Monate, denn Felix Thöny nahm bald darauf Arbeiter in Kost und Logis. Im gleichen Jahr wurde die Wirtschaft von der Metzgerei getrennt und auch gesondert geführt. In der Folgezeit wechselten sich die Wirte rasch ab, bis im April 1883 der Patententzug und damit das Ende der "Drei Könige" folgte.
(Olbrich, Willi; Gastliches Wil, Wil 1989)