Arbeit & Wirtschaft

Wirtschaft / Männerheim "St.Otmarsheim"

Gastgewerbe · Arbeit & Wirtschaft

Im Jahre 1986 konnte eine zwar der grossen Öffentlichkeit wenig bekannte, aber trotzdem rege benützte soziale Einrichtung das 80jährige Bestehen feiern: Das "Otmarsheim" an der Mattstrasse. 1906 war der Verein St. Otmarsheim gegründet worden mit dem Ziel, Fürsorge und Betreuung von Lehrlingen, von jungen und alleinstehenden Männern beider Konfessionen zu übernehmen. Gründungsmitglieder waren Prof. Arnold Hagmann, Johann Pfister-Amstutz, Leopold Ebner-Krucker, Jakob Meyer-Müller, Fritz Frey-Müggler und Louis Grüebler-Widmer. Ein geeignetes Haus konnte von Fotograf Albert Tschopp erworben werden.

Während vieler Jahre waren vier Ordensschwestern und zwei bis drei Dienstboten für die Betreuung der Heimbewohner zuständig. Während der Kriegsjahre stand das Otmarsheim an der Spitze bei der während der Rationierungszeit auch in Wil eingeführten Abgabe von Mahlzeiten-Coupons. Täglich wurden über 200 Mahlzeiten abgegeben.

Nach dem Rückzug der Schwestern, Franziskanerinnen aus dem Kloster Obersaabach bei Achern (Baden), im Jahr 1961 konnten mangels Personal keine Hauptmahlzeiten mehr abgegeben werden. Heute besteht das Angebot nur noch aus Übernachtung mit Frühstück. Im Heim sind 28 Betten vorhanden, und jährlich werden gegen 10'000 Übernachtungen registriert, was die stolze Zahl von 800'000 Übernachtungen in den 80 Jahren seit Eröffnung ergibt.

Mittlerweile existiert die Wirtschaft "St.Otmarsheim" nicht mehr.

(Olbrich, Willi; Gastliches Wil, Wil 1989)

Bildarchiv (6)

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Quelle: wilnet.ch