Einen Bauplatz an der Zürcherstrasse für nur Fr. 17'100.- zu kaufen, war 1911 noch möglich. Emil Rüesch benutzte die Gelegenheit und erbaute auf dem Grundstück ein respektables Doppelgebäude mit Wohnungen und der damals alkoholfreien Wirtschaft zum "Zürcherhof" im Parterre. Im Mai 1914 war Eröffnung. Wirt August Studer hatte sich von Beginn an an eine Weisung der Asylkommission zu halten, die dem Wirtsbetrieb nur unter der Bedingung zustimmte, dass er ruhig und geordnet verliefe und alle Störungen der Umgebung vermieden würden. Nur, wo Ruhe herrscht, läuft nichts. Am 15. November 1922 ging die Wirtschaft bereits ein. Fünf Jahre lang blieb der Betrieb geschlossen, bis ihn am 17. November 1927 Jakob Schildknecht wieder aufnahm. Auch er hatte die Hypothek, dass er nur im südlichen Teil des Parterres wirten durfte. Sollte er auch den nördlichen Teil dazunehmen und der Betrieb des kantonalen Asyls dadurch gestört werden, drohte ihm klar der Patententzug!
In den 50er-Jahren erlebte der "Zürcherhof" ein eigentliche Blütezeit, obwohl relativ häufig der Wirt wechselte. Heute kann er sich mit dem Zusatz "Steak-House" schmücken.
(Olbrich, Willi; Gastliches Wil, Wil 1989)


