Der Viehmarktplatz war seit Beginn ein Anziehungspunkt für Wirtschaftsbetriebe. Die Markttage verhiessen guten Umsatz, neue Wirtschaften entstanden. Am 6. September 1885 eröffnete Eduard Ruckstuhl aus Braunau am Oberen Graben das Restaurant zum "Tiger". Zusätzlich empfahl sich der Wirt als Mechaniker mit eigener mechanischer Werkstätte. Leider schien dieses Angebot, wie auch das gastliche Angebot beim Publikum keinen Gefallen gefunden zu haben, bereits im März 1887 erschien eine öffentliche Ediktalvorladung, der Konkurs folgte. Da Ruckstuhl selber insolvent geworden war, sprang seine Frau ein und liess sich zur Feinglätterin ausbilden. Nachdem nun der Lebensunterhalt einigermassen gesichert war und zudem eine Taxreduktion erwirkt werden konnte, loste Ruckstuhl wieder ein Patent. Nach seinem Tod 1909 übernahm Frau Julia Ruckstuhl das "Tigerli".
Viele Wirtewechsel prägten die nächsten Jahre, obwohl mit Julius Hüppi der nächste Wirt gar 28 Jahre amtete. Vor allem zur Fastnachtszeit war das "Tigerli" beliebt, es durfte bei keinem Beizenbummel fehlen. 1987 wurde eine Renovation nötig, gleich-zeitig wurde eine Bar eingebaut. Die neue Besitzerin, Frau Regula Lorenz, versucht nun, mit neuer Ausstattung und Ambiance, vermehrt auch jüngere Leute anzusprechen.
Nach diversen Wirtewechseln ist das "Tigerli" momentan ein Treffpunkt für jüngere Leute.
(Olbrich, Willi; Gastliches Wil, Wil 1989)

