In der Wirtsordnung von 1612 wird bereits ein "Schäfli" erwähnt, das allerdings nicht identisch mit dem heutigen Betrieb ist. Das erste "Schäfli" befand sich nämlich in der Altstadt, gegenüber dem "Wilden Mann", während das "Schäfli" und damit verbunden die "Böckli-Bar" am Viehmarktplatz zu finden sind.
An der Grabenstrasse stand bis in die Mitte des letzten Jahrhunderts der ehemalige Werkhof der Stadt Wil. Entlang dem damals noch von Pappeln umgebenen Riegelbau verlief die alte Stadtmauer. 1860 verkaufte Johann Meier die ganze Liegenschaft samt Wies- und Ackerland für Fr. 30'000.- an Konrad Schweizer. Sieben Jahre später erscheint erstmals die Taverne zum "Schäfli" in den Zeitungen, mit Isak Häne, einem ehemaligen Stickfabrikanten aus Kirchberg, als erstem Wirt. In seinem Lokal trafen sich denn auch die Stickmaschinenbesitzer regelmässig. 1873 fand im "Schäfli" u.a. eine Versammlung betreffend der Gründung eines obligatorischen Kranken-Unterstützungs-Vereins der politischen Gemeinde Wil statt, einem Vorläufer der heutigen Krankenkassen.
Am 6. St. Gallischen Sängerfest im August 1882 war auch "Schäfliwirt" Häne nicht untätig. Seine Inschrift im Türbogen lautete:
"Acht Tiroler Rebenblut, Thut gewiss den Sängern gut; Wollt ihr einen guten Wein, So kehret grad im Schäfle ein."
Über 30 Jahre wirtete Isak Häne auf der Herberge, die auch mit Pferdestallungen aufwarten konnte.
In neuerer Zeit wird vermehrt auf den Barbetrieb gesetzt, das Restaurant wich einer dritten Bar. Das Angebot an Speisen ist reduziert worden auf Spezialitäten vom Grill. Hingegen wurden durch den Umbau bessere akustische Bedingungen geschaffen, so dass gelegentliche musikalische Gastspiele möglich wurden.
(Olbrich, Willi; Gastliches Wil, Wil 1989) Seit 2021 befindet sich in der Böckli-Bar ein Table-Dance Etablissement. https://www.tagblatt.ch/ostschweiz/wil/wil-aus-der-boeckli-bar-soll-ein-table-dance-lokal-werden-doch-es-gibt-einsprachen-ld.2151482?reduced=true




