Arbeit & Wirtschaft

Restaurant "Säntis-Rustica" bzw. Pizzeria "Capri"

Gastgewerbe · Arbeit & Wirtschaft

Erstmals erscheint im Jahr 1876 eine Wirtschaft im äusseren Bahnhofquartier. Ihr Name war "Eisenbahn Pinte" und Cathi Küng-Umbricht sorgte für das Wohl einer, wie es scheint, recht spärlichen Gästeschar. Bereits im Februar 1879 gab sie das Patent ab. Volle fünf Jahre blieb die Wirtschaft geschlossen, bis Conrad Frey, ein Weinhändler aus Schaffhausen sie am 30. Januar 1884 wieder eröffnete. In Anlehnung an die Säntisstrasse nannte er das Restaurant ebenfalls "Säntis". Der Verkauf an Johann Frey zwei Jahre später brachte diesem nicht viel ein, er machte rasch Konkurs. Josef Fischbach, der Gerant, der später als Wirt das Restaurant "Fischbach" führte, richtete im Gebäude das "Dienstmänner-Institut" ein nebst einem "Plazierungs-Bureau", also einem Vorlaufer der heutigen Personalvermittlungsfirmen.

Auch Franz Rieser, der ab 1886 eine "Neue Trinkhalle" einrichtete und wacker Musik machte, und ab 1889 Johann Baptist Sorg, der vorzügliches Bockbier der Brauerei Steinhof aus Burgdorf anpries, konnten nicht lange bestehen. Erst mit Wirt Daniel Gfeller kam Schwung in die Wirtschaft, obwohl oder gerade weil dieser ständig mit dem Entzug des Patentes rechnen musste. Bereits 1902 wurde er mit Fr. 10.- Busse belegt, weil er unerlaubt das Tanzen gestattete und dazu einen Musikanten mit der Handorgel aufspielen liess. Auch in den folgenden Jahren gab die Wirtsführung im Säntisimmer wieder zu Klagen anlass. Erst ab den 40er Jahren festigte sich der gute Ruf des Hauses. Mit diversen baulichen Veränderungen wurde die Infrastruktur verbessert. Heute präsentiert sich der "Säntis-Rustica" als beliebte Pizzeria.

(Olbrich, Willi; Gastliches Wil, Wil 1989)

Bildarchiv (3)

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Quelle: wilnet.ch