Auf den Karten und Stichen von der Belagerung Wils durch Zürcher, Berner und Toggenburger im Jahre 1712 sind zum Teil längst vergessene Flurnamen zu finden: "Obere und Untere Schabegg, Rauchbühel oder Rauchbüchel, Langegg, Vogelhütte für Vogelherd, auch Schybeberg." Neu zu diesen Flurnamen gesellte sich die Bezeichnung "Höllberg" oder "Hölberg" erst, als M. J. Morel, der Erbauer eines 1784 erstellten Patrizierhauses an der Marktgasse (heute das Rathaus), das Wiler Bürgerrecht erwarb.
Josef Marin Morel, ein begüterter Kaufmann aus Savoyen, versuchte, die Baumwoll- oder Leinwandindustrie nach Wil zu bringen. Das Geschäft muss geblüht haben, denn nach rund 15 Jahren war Morel Besitzer vieler Häuser in Wil, darunter das Bruder-Klausen-Haus, Äcker, Wiesen, Wald, Sägerei, Gerberei. Den "Rollberg" kaufte er für 2'700 Gulden, 1799 erwarb er dazu vom Spital Wil für 670 Gulden Reben auf dem "Hölberg". Der Name durfte sich im Laufe des 19. Jahrhunderts allmählich in "Ölberg" gewandelt haben. Auf der sonnigen Aussichtsterrasse baute Morel um 1800 sein währschaftes Sommerhaus, umgeben von Reben, die bereits lange bevor der Sommersitz entstand, angepflanzt worden waren. So stand an der Stelle des heutigen Restaurants "Ölberg" schon ein Rebhäuschen.
Da seit Morels Zeiten die Rebberge zu Spaziergängen einluden und der Rebbergbesitzer seinen Gästen selbstgekelterten Wein vorzusetzen pflegte, darf der Übergang zum gewerbsmässigen Ausschank als Fortsetzung der Morel'schen Gastfreundschaft angesehen werden. 1854 übernahmen die Witwe Morel, Claudia und Josefina Morel die Liegenschaft.
Am 16. Juni 1899 eröffnete Johann Nepomuk Ruckstuhl aus Tobel das Sommerrestaurant "Ölberg". Das längere Zeit leerstehende Sommerhaus war dazu umgerüstet worden, das Saisonpatent erlaubte nur, dass von Ende März bis Ende Oktober gewirtet werden durfte.
Um die Jahrhundertwende wurde das Gebäude durch eine grosse Gartenlaube erweitert. In der Folge wechselten die Wirte recht oft - bedingt durch das Saisonpatent. Allen Wirten muss zugute gehalten werden, dass keiner einen Konkurs erwirtschaftete.
Heute ist der "Ölberg" ein ideales Ausflugsziel, beliebt und geschätzt auch durch seine gepflegte Küche.
(Olbrich, Willi; Gastliches Wil, Wil 1989) 2008 wurde der "Oelberg" abgebrochen.















