Arbeit & Wirtschaft

Restaurant/Hotel "Ochsen"

Gastgewerbe · Arbeit & Wirtschaft

Mögen auch anderswo prächtige Löwen, stolze Adler oder starke Bären als Wahrzeichen guter Gastlichkeit dienen, das kümmert die Wirte der vielen Gasthäuser "Zum Ochsen" nicht. Dieses geduldige und kraftvolle Tier diente seit Menschengedenken als höchst nützliches Wesen. Zudem wählten im Mittelalter die Metzger den Ochsen zum Zunftzeichen, so dass jedermann schon am Wirtshausschild erkennen konnte, dass in diesem gastlichen Haus das Beste aus eigener Schlachtung geboten wurde.

Der "Ochsen" an der Grabenstrasse ist denn auch als Wirtschaft mit eigener Metzgerei bestens bekannt. Am 25. April 1866 hatte Metzger Joachim Grögli den ersten Schritt gewagt und die Wirtschaft eröffnet. Nach einigen Wirtswechseln gelangte der "Ochsen" 1924 in die Hände der Familie Schönenberger, die ihn allmählich zu dem für seine vorzügliche, währschafte Küche bekannten Gasthof formten. Als am 13. April 1972 ein Brand den Dachstock verwüstete und auch grosser Wasserschaden entstand, wurde das Gebäude neu erbaut und präsentiert sich heute als erprobtes Hotel mit Saal, Restaurant und Metzgerei. Ein Blick in die Speisekarte von 1930 mutet seltsam an, wurden doch u.a. das Filetbeefsteak für Fr. 3.80, ein Entrecote für Fr. 3.60 serviert. Mit solchen Preisen liesse sich jeder Fleischberg abbauen!

(Olbrich, Willi; Gastliches Wil, Wil 1989) 2018 wurde der Betrieb eingestellt und das Haus zu Wohn- und Geschäfträumen umgebaut.

Bildarchiv (5)

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Quelle: wilnet.ch