Wer sich heute, vor allem als "Nichtwiler", im Ristorante "Da Vinci" mit italienischen Spezialitäten verwöhnen lässt, ahnt wohl kaum, dass bis vor kurzer Zeit dieses Restaurant unter dem Namen "Hirschen" bestens bekannt war. Nachdem 1849 der ehemalige Viehmarktplatz beim "Adler" auf den heutigen Standort verlegt worden war, entstand bereits ein Jahr später ein neues Gasthaus am oberen Graben - eben der "Hirschen". Der Ort war gut gewählt, da Wil als Marktort regen Zulauf aus der ganzen Region erhielt und auch heute noch als Einkaufszentrum gilt. Als Baumeister und erster Wirt des "Hirschen" ist Niklaus Braun überliefert. Sein Nachfolger wurde 1863 der bekannte Weinhändler Johannes Wirz. Bei der Versteigerung des ganzen Liegenschaftsbesitzes der Wirtsfamilie Wirz anno 1902, wurde das Gasthaus auf Fr. 33'500.-veranschlagt, damals eine sehr respektable Summe.
In den 20er-Jahren folgten einige Wirtswechsel, bis 1928 die Ära der Familie Wiederkehr begann, die bis 1955 dauern sollte. Auch danach, mit Andreas Müller aus Bütschwil, blieb ein Wirt für längere Zeit auf dem "Hirschen". In Müllers "Amtszeit" fiel die Restauration der Süd-Westfassade. Statt mit Eternitplatten verkleidet., wurde der guterhaltene Riegel sorgfältig freigelegt und wiederhergestellt. Ende 1985 zogen sich die "Müllers" in den wohlverdienten Ruhestand zurück. Nach einem weiteren Umbau präsentiert sich der ehemalige "Hirschen" heute als "Ristorante Da Vinci". Mit seinen vozüglichen italienischen Spezialitäten hat sich das "Ristorante" nun schon in kurzer Zeit einen guten Namen gemacht.
(Olbrich, Willi; Gastliches Wil, Wil 1989) Einige Jahre lang wurde der Hirschen als mexikanisches Restaurant "Hazienda" geführt. Aktuell ist er geschlossen.



