Im Wilerfeld, rechts von der heutigen Autobahnüberführung nach Rickenbach, stand seit 1871 die Wirtschaft "Zum Frohsinn". Karl Anton Weibel hatte sie am 26. Mai eröffnet. Infolge Verkaufs ging sie aber bereits 1888 wieder ein. Die Wiedereröffnung im März 1890 leitete die zweite Phase des "Frohsinns" ein. Die häufigen Wirtswechsel in den folgenden Jahren wurden erst unterbrochen, als der Transport- und Kiesunternehmer August Beerli im September 1919 den "Frohsinn" übernahm. Weit ausserhalb Wils stand die schöne Gartenwirtschaft, geschaffen auch für Beerli, gegenüber mit dem Kiesabbau zu beginnen. Bis 1958 blieb das Lokal mit Haldengut - Depot in dessen Besitz. Danach folgten wieder diverse Wirtswechsel. Als die Autobahn Ni gebaut wurde, hatte für den "Frohsinn" die letzte Stunde geschlagen. 1972 lag er gebrochen am Boden.
Berühmt, berüchtigt wurde der "Frohsinn" allerdings noch einmal, als er auf der linken Strassenseite gegen Wil zu als "Sit-in" für kurze Zeit wieder auflebte. Den von Marty, Wohnbau AG, für die Lausanner EXPO 64 erbauten "Bungalow" kaufte kurzerhand A. Beerli, um ihn als Ersatz für den abgebrochenen "Frohsinn" aufzustellen. Als aber vom ersten Pächter in dessen Räumlichkeiten "Gogo-Shows" zu sehen waren und die damit verbundenen "Umtriebe", wie auch das Auftauchen einiger "Damen" an der Toggenburgerstrasse für einige Aufregung sorgten, war der Geduld-faden gerissen. Nach 10jährigem Provisorium schloss das "Sit-in" seine Pforten und wurde abgebrochen. Mit Schreiben des Amtes für Wirtschaftswesen vom 26. Februar 1982 war die Aufhebung der Wirtschaft rechtsgültig geworden.
(Olbrich, Willi; Gastliches Wil, Wil 1989)