Wirtschaft zum "Central" Lange bevor der heutige Viehmarktplatz 1849 diese Funktion übernahm, stand an der Stelle des "Central" eine Färberei, daneben, den Graben hinauf, eine Mange und der städtische Werkhof. Der Färber-Brunnen und die Hausbeschriftung "alte Färbe" weisen auf diesen einst so wichtigen Berufszweig hin. Die heutige Ostseite des Gebäudes zum "Central" diente ehemals als Stadtmauer und noch um 1700 war in der Mauerflucht das "Stallegasstor". Im Jahre 1712, im sogenannten "Zwölferkrieg", blieb die Färbe äusserst knapp von der Zerstörung durch das Zürcher Bombardement verschont.
Von alters her pflegten Käufer und Verkäufer nach getätigtem Geschäft noch ein Gläschen miteinander zu trinken. Was lag also naher, als am Viehmarktplatz eine Wirtschaft aufzumachen? Doch von der Idee zur Ausführung ist es oft ein langer Weg. Anno 1841 verkaufte Vater Schär an seinen Sohn Valentin Schär das Haus "Central" für 600 Gulden. Aber erst mit Fridolin Wild als neuem Besitzer erscheint der Name "Central" erstmals als Bezeichnung für eine Wirtschaft. Am 2. September 1900 eröffnete Fridolin Wild das Restaurant "Central" an der Tonhallestrasse 258. Er offerierte "reelle Landweine, feines offenes Bier und eine gute Küche", was von den eher ländlichen Besuchern wohl geschätzt wurde.
Das "Central", ab 1904 für einige Zeit "Zentral" geschrieben, ist seit Jahren beliebter Treffpunkt der Theatergesellschaft Wil - wer kennt nicht die unvergessliche Julia Simmen? -, aber auch der Orchesterverein Wil, der Männerchor Concordia und der Kirchenchor St. Nikolaus gehören zu den treuen Stammgästen.
(Olbrich, Willi; Gastliches Wil, Wil 1989) In den letzten Jahren erfolgten mehrere Pächterwechsel - immer verbunden auch mit Namens- und Konzeptwechseln.Aktuell heisst das "Central" "Red Lounge".
