Neben den vielen Wirtschaften in der Wiler Altstadt sind auch überraschend viele Konditoreien dort zu finden. An der Marktgasse 2 eröffnete am 5. Mai 1889 Josef Widmer eine Konditorei, die seinen schon bestehenden Bäckereibetrieb erweiterte. Seiner Kundschaft versprach er, "stets frische und ausgezeichnete Waaren zu verabreichen", ein Versprechen, das er über dreissig Jahre lang in die Tat umsetzte. Zum Sängerfest von 1882 liess er in goldenen Lettern folgenden kurzen Spruch an den Torbogen anbringen:
"Das Sängerwort, soll durch die Wolken dringen zum Vaterort."
Nach Josef Widmers Tod führten seine Erben den Betrieb weiter, bis 1929 Anton Rüede die Konditorei übernahm, die von da an auch "Conditorei Rüede" hiess. Bereits fünf Jahre später erfolgte ein erneuter Wechsel. Hermann Vonplon hiess der neue Besitzer, der aus der "Conditorei" das "Café Vonplon" machte. Volle 33 Jahre führte er den Betrieb bis zu seinem Tod am 26. Dezember 1966. Heute ist die Liegenschaft Bestandteil der Filiale der St. Gallischen Kantonalbank.
(Olbrich, Willi; Gastliches Wil, Wil 1989)