Als im November 1980 das Kleincafé "Ricci" im "Wiler Markt" (Haus zum "Vulkan") an der Oberen Bahnhofstrasse eröffnet wurde, ahnte Heidi Peter-Broder wohl kaum, dass bereits sechs Jahre später in diesem Lokal ein Kleidermodegeschäft eingerichtet werden würde.
Dabei wäre alles vorhanden gewesen, um das dort anfangs des Jahrhunderts eingegangene Restaurant "Zur Post" zu ersetzen. Dank der ausgezeichneten Lage stellte sich bald ein fester Kundenkreis ein, der gerne auf der "Freiluftbestuhlung" vor dem Café Platz nahm. 1983 wurde das "Ricci" für kurze Zeit zum "Café Speedy", was allerdings eine Schliessung des Lokals von November 1984 bis Februar 1985 nicht verhindern konnte.
Mit der Neueröffnung vom 15. Februar 1985 änderte der Name abermals. Um einen möglichst vielschichtigen Kundenstamm anzulocken, kam man auf die originelle Idee, das Lokal in "Café Löffeli" umzutaufen. Das nun von Vreni Neig geführte Restaurant sollte sich als alkoholfreier, rauchfreier und vegetarischer Betrieb etablieren, für Wil fürwahr ein lohnenswerter Versuch. Zum Leidwesen der vorwiegend jungen Stammgäste musste das "Café Löffeli" bereits im Oktober 1986 schliessen, um, nach einem gründlichen Umbau, dem bereits erwähnten Modehaus Platz zu machen. Mit der Schliessung des Cafés erlosch gleichzeitig auch das Patent.
Schade, gerade im Hinblick auf eine eventuelle autofreie Obere Bahnhofstrasse hätte ein gemütliches Strassencafé viel zur Atmosphäre beitragen können.
(Olbrich, Willi; Gastliches Wil, Wil 1989)