Arbeit & Wirtschaft

Gallati, Hans Caspar (1633 - 1699)

Wiler Glasmaler · Arbeit & Wirtschaft

Getauft 25. April 1633. Gestorben vor 4. April 1699 Über diesen während mehr als zweier Jahrzehnte nachweisbaren, sehr fleißigen Wiler Glasmaler habe ich im Anz. SA 1935 Nr.4 eine besondere Monographie veröffentlicht, wobei ich mich für die Lebensdaten auf die Urkundenforschung von Ulrich Hilber, a. Lehrer, stützen konnte. Einige, von Herrn K. J. Ehrat ausgezogene, Eintragungen in den Seckelamtsrechnungen der Stadt Wil, die U. Hilber entgangen waren, rechtfertigen eine knappe Wiederholung und Ergänzung.

Melchior Gallati, zweifellos ein Glarner, dem 1591 ein Wappen der Stadt verehrt wurde, wurde 1600 mit seinen vier Söhnen Caspar, Balthasar, Rudolf und Fridolin zum Bürger von Wil aufgenommen. Dem ältesten der Söhne, Caspar Gallati, begegneten wir als Kanzleischreiber unter den Schützen von 1607. Er starb 1636. Der zweite Sohn, Balthasar Gallati, wird 1650 als Jahrzeitpfleger, 1659 als Armenkindenpfleger aufgeführt. Er starb 1675.

Der ersten Ehe mit Katharina Hafner entsproß der am 25. April 1633 getaufte Johannes Gasparus Gallati. Sein Pate war Herr Jörg Renner, Reichsvogt. Er verehelichte sich mit Dorothea Rütin. Aus dieser Ehe gingen 11 Kinder hervor. Als Erstgeborner wurde am 28. März 1659 getauft Joannes Balthasar Gallati. Auch der vierte Sohn Melchiors, Fridolin Gallati, hatte einen Sohn Hans Caspar, getauft den 3. Juni 1613. Der 1633 geborne Hans Caspar Gallati wird in den Seckelamtsrechnungen erstmals 1659/60 (No. 842) erwähnt, allerdings nur wegen Flickarbeit: „2 Pfd. 8 s Caspar Gallati dem Schiltbrenner bezahlt, daß er an des Herrn Prälaten von Kreuzlingen Schilt in der hintern Stuben (Rathaus) verdient, auch den ganzen Flügel neu gefaßt und 4 Patrone neu gemalt, wie die von den Buben eingeworfen worden sind". 1660 wurde ihm gnädigst bewilligt, einen durchs Jahr gehenden Zapfen zu haben und Wein auszuschenken". Diese Tätigkeit als Wirt zog ihm in der Folgezeit verschiedene Verwarnungen zu. In der Seckelamtsrechnung 1666/67 (No.847) lesen wir: „4 f 3 s Wachtmeister Gallati bezahlt, daß er die Schilt auf der Herrenstube verbessert, etliche Stücke wieder darin gemacht und gschrifft (beschriftet)". Am 4. April 1699 wird „wegen Stadtweibel Hans Caspar Gallatis sei. Verlassenschaft" verhandelt. Das genaue Todesdatum läßt sich nicht feststellen.

(Boesch, Paul, Die Wiler Glasmaler und ihr Werk, Wil 1949).

Bildarchiv (1)

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Quelle: wilnet.ch