Geschichte

Defensionale von Wil, 1647

17. Jahrhundert · Geschichte

Die wachsende Gefahr und sich häufende Grenzverletzungen im Dreissigjährigen Krieg (1618-1648) ließen den Wunsch nach einem eidgenössischen Defensionale aufkommen. Einem exklusiv reformierten Defensionswerk widersetzte sich Basel in den 1620er Jahren, weil es eine gesamteidgenössische Lösung anstrebte. Eine bernische Initiative scheiterte 1629 an der Tagsatzung, ebenso der französische Vorschlag einer von Frankreich zu finanzierenden"armee volante". Als sich dann Basel 1638/39 mit einem Plan meldete, waren Bern und Zürich nicht mehr einverstanden. Erst als die militärische Lage durch das Vordringen der Schweden zum Bodensee 1646/1647 wieder bedrohlich wurde, beschloß man in Wil ein eidgenössisches Defensionale ausschließlich zum Schutze von Thurgau, Rheintal und Sargans. Diese Vereinbarung einer Mobilmachungsordnung sowie die Bestimmung von Truppen- und Waffenkontingenten der Vertragsparteien wird oft als "Geburtsstunde der Schweizer Armee" bezeichnet.

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Quelle: wilnet.ch