Raum

Rösslibrunnen

Brunnen · Raum

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Herrenbauer Wild zum "Rössli" meldete bereits im März 1854 den Wunsch nach einem öffentlichen Brunnen bei seiner Liegenschaft an. Allerdings sah der Gemeinderat kein entsprechendes Bedürfnis und wies ihn ab. Sein Nachfolger, Johann Glanzmann, versuchte es drei Jahre später erneut. Der Brunnen sollte bei der Gabelung der Thurau- und der Landstrasse, der heutigen Toggenburgerstrasse, zu stehen kommen. Der Gemeinderat musste sich zu jener Zeit sowieso wieder einmal mit den Quellen und den Leitungen der Stadtbrunnen befassen. Am 8. Juni 1857 wurde deshalb unter anderem festgehalten, erst einmal die Wirkung der beschlossen Massnahmen wie Neufassung von Quellen etc. abzuwarten und dann über neue Brunnen zu entscheiden. Im Oktober wurde nach einem Augenschein endlich beschlossen, im "Rössli"- Quartier einen neuen hölzernen Brunnen einzurichten. Das Wasser sollte aus der mittleren Weierwiesenquelle bezogen werden.

Ende September 1867 scheint der "Rössli"- Brunnen bereits in so schlechtem Zustand gewesen zu sein, dass ein neuer Brunnen dringend nötig wurde. Gemeinderat Schmidweber konnte dazu berichten, dass Steinmetz Ludwig Moser aus Würenlos ihm einen passenden Brunnen, den er bei einer Ausstellung in Olten gezeigt habe, für Fr. 1'150.-- offeriert habe. Der Gemeinderat zog in Betracht, "1. dass es wirklich zur Nothwendigkeit geworden, den hölzernen Brunnen beim Rössli, weil sehr defekt, durch einen neuen zu ersetzen. 2. dass zur Benutzung jenes Brunnens zwar nicht viel Häuserbesitzer angewiesen sind, denselben aber doch gleich anderen Quartieren entsprochen werden muss. 3. dass daraus aber nur die Folgerung zu ziehen ist, es sei auf jener Stelle von Seiten der Gemeinde nur so viel an den Brunnen zu leisten, wie solche auf anderen Plätzen erforderten, daher nur Fr. 600 bis 700.-- zu verwenden. 4. dass der fragliche Brunnen ganz geeignet auf jene Stelle erschein und die Leisteung freiwilliger Beiträge in Aussicht gestellt ist, beschliesst (der Gemeinderat): Es sei dem Herrr Gemeinderath Schmidweber für die Anschaffung des für Fr. 1'150.-- zum Kauf angebotenen Brunnens ein Kredit von Fr. 700.-- eröffnet, insofern das übrige durch freiwillige Beiträge gedeckt würde." Von Johann Glanzmann wurden Fr. 377.-- beigesteuert, was den Gemeinderat zum Kauf des steinernen Brunnens bewog. Im Juni 1868 trat Glanzmann den Platz beim Brunnen der Gemeinde unentgeltlich ab.

Anlässlich der Umgestaltung der Liegenschaft in den Jahren 1993 bis 1994, die neu als Rösslihof bezeichnet wird, wurde auch die Scheune abgebrochen, an die der Brunnen angelehnt war. Damit er im Zentrum eines neugestalteten kleinen Platzes steht, wurde der Brunnen gedreht und um einige Meter versetzt.

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Quelle: wilnet.ch