Wasser zur Tränkung der auf dem Viehmarktplatz aufgeführten Kühe, Rinder und auch Pferde war seit je her ein Bedürfnis. So musste im Juli 1850 etwas geschehen, als der Gemeindepfleger melden musste, dass ein Brunnen infolge "allzubedeutender Beschädigung" abgebrochen werden musste. Allerdings bezog er sich dabei auf einen Brunnen in der Umgebung des Platzes. Er legte aber dem Gemeinderat nahe, dass anstatt des steinernen Brunnens, welcher gleichzeitig an der unteren Stallengasse, der heutigen Tonhallestrasse in der Nähe des Viehmarktes projektiert war, nur ein hölzerner errichtet werden sollte. Der Steinbrunnen sollte jedoch auch gebaut werden, allerdings in der Nähe des Waschhauses am sogenannten Sandplatz. Der Gemeinderat genehmigte dieses Vorgehen. Allerdings schien die eingeholte Offerte für den Steinbrunnen zu hoch, so dass beschlossen wurde, den neuen Brunnen aus gesundem Eichenholz zu erstellen und den abgebrochenen so gut wie möglich zu reparieren. Im August 1855 wurde aber doch ein Neubau in Stein beschlossen. Die Offerte von Brunnenbauer Reidhaar aus Würenlos für einen achteckigen Brunnen beeinhaltete zwei Varianten, nämlich der Bau aus Platten oder die Fertigung aus einem Stück. An der Bürgerversammlung wurden beide Varianten vorgestellt und schliesslich der Fertigung aus einem Stück der Vorzug gegeben. Im Juni 1856 wurde ein Antrag abgelehnt, auf dem neuerstellten Brunnen eine Schmuckurne aufzustellen. Dafür wurde beschlossen, statt einer steinernen eine gusseiserne Röhre anzubringen.
Die Rechnung betreffend die Stabilität der Brunnen aus Stein scheint auch hier aufgegangen zu sein, jedenfalls wird erst im April 1949 wieder über den Brunnen am Viehmarktplatz gesprochen, da die reparaturbedürftige Brunnensäule ersetzt werden musste. Die Gelegenheit wurde genutzt, dem Brunnen ein unverwechselbares Gesicht zu geben. Bildhauer Eugen Krucker legte ein Projekt vor für einen neuen Säulensockel mit Kapitell in Muschelkalk und einer daraufstehenden Brunnenfigur, einem Mädchen mit Waschzuber, das allgemein Beifall fand. Es wurde auch beschlossen, dass der Brunnen inskünftig "Färbibrunnen" genannt werden solle.

