Der Brunnen an der Wilen- Hörnlistrasse Im Rahmen von Bauarbeiten an der Wilen-und Hörnlistrasse wurde im September 1965 in der Baukommission auch über die Gestaltung des Eckplatzes bei der Strassengabelung diskutiert. Es herrschte dabei vorerst die Meinung, dass ein einfacher Springbrunnen und eine einfache Umgebungsgestaltung vollauf genügten. Im Gemeinderat vertrat hingegen Stadtammann Fäh als Vorsitzender die Ansicht, dass ein künstlerisch gestalteter Brunnen wünschbar und vertretbar sei. Seiner Meinung nach sei es wichtig, dass gerade auch im Südquartier in dieser Hinsicht gleich wertvolle Sachen aufgestellt würden, wie im übrigen Gemeindegebiet. Der Rat schloss sich schliesslich seiner Argumentation an. Mitte Mai 1966 wurden die beiden Wiler Bildhauer Rudl Gruber und Eugen Krucker eingeladen, einen Entwurf für die Gestaltung eines neuen Brunnens einzureichen.
Die Ende September 1966 eingereichten Entwürfe befriedigten aber beide nicht hundertprozentig. Beim Enwurf Krucker vermochte insbesondere der künstlerische Schmuck nicht zu überzeugen. "Der Brunnen würde praktisch dem Südquartier gewidmet. Bei der Ausführung dieses Vorschlages wäre damit zu rechnen, dass bald jedes andere Quartier die Errichtung einer ähnlichen Anlage wünschen würde."
Rudl Grubers Vorschlag wurde in seiner Idee, die vier Elemente Erde, Wind, Feuer und Wasser darzustellen, für gut befunden. Er wirke aber beim ersten Anblick etwas zu monumental, doch würden bei längerer Betrachtung die gewählten Proportionen als nicht mehr übertrieben befunden. Grubers Vorschlag wurde deshalb zur Weiterbearbeitung ausgewählt. Die anfangs Mai 1967 aufgestellten Visiere zeigten nach Ansicht einiger Ratsmitglieder aber, dass der Platz offensichtlich zu klein sei, beziehungsweise die Höhe des Brunnens zu gross sein würde. Die daraufhin einsetzende Diskussion im Gemeinderat brachte zwei gegensätzliche Auffassungen: Die Gemeinderäte August Erne, Karl Brunschwiler, Karl Strübi und Hans Messerli bevorzugten eine einfache und damit auch kostengünstige Lösung, wie sie von der Bauverwaltung vorgeschlagen worden war. Rudl Grubers Brunnen könne immer noch auf dem Kinderspielplatz bei der Spiel- und Sportanlage Bergholz verwirklicht werden. Dem gegenüber vertraten insbesondere Stadtammann Fäh und Gemeinderat Josef Schmidlin die Ansicht, dass sich der Künstler gut auf die Umgebung eingestellt habe, die ja durch die Ueberbauung neu gestaltet worden sei. Dies verunmögliche eine Versetzung, weil die dem geplanten Werk zugrunde liegenden Gedanken des Künstlers nicht mit beliebigen Plätzen verbunden werden dürften. Dies, und das Votum von Stadtammann Fäh, dass mit der Verwirklichung des Brunnens der Oeffentlichkeit wieder einmal Gelegenheit geboten würde, einem ortsansässigen Künstler die Möglichkeit zur Schaffung einer seinem Stil entsprechenden Arbeit zu geben, vermochten zu überzeugen. Mehrheitlich stimmte der Rat schliesslich der Ausführung des Brunnens nach dem Vorschlag Gruber zu.
Im Jahr 1993 wurden die Vorarbeiten für die Ueberbauung "Rosenhof" auf dem Areal der ehemaligen Gärtnerei Frey an der Wilenstrasse geleistet. Im technischen Gutachten wurde auch über das Schicksal des Brunnens kurz und bündig entschieden: "Ebenfalls ist vorgesehen, dass der Brunnen ersetzt wird." Wann genau der Wasserspender durch das städtische Bauamt abtransportiert wurde, lässt sich nicht mehr ermitteln. Die Brunnenfigur jedenfalls sei in einem schlechten Zustand gewesen, der Stein schon recht bröcklig. Bis vor ein- zwei Jahre lagerten die Reste noch im Steinmagazin des Bauamtes und wurden dann, mangels Verwendungszweck, entsorgt, das heisst, wahrscheinlich zermahlen und wiederverwertet.




