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Bärenbrunnen

Brunnen · Raum

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Am 9. Mai 1858 legte der Gemeinderat der Bürgerversammlung ein Gutachten für einen Kredit von Fr. 3'000.- für vier steinerne Brunnen vor. Der Zustand der bestehenden Holzbrunnen sei nämlich derart schlecht, dass eine Reparatur zwecklos sei: "Aber ebenso zwecklos erachtet der Gemeinderath die Erstellung von neuen hölzernen Brunnen, da die Kosten eines solchen sich auf ca. Fr. 200.- belaufen, welche wenigstens alle zehn Jahre sich wiederholen, während bei guten steinernen Brunnen die einmal gemachte, und auch für den Moment grössere Ausgabe nie wiederkehrt." Einer der neu zu errichtenden Brunnen sollte auf dem Platz bei der Taube, wo früher die Stadtmetzge stand, neu gebaut werden. Ebenso wie die Stadttore hatte die Metzge, die gemäss einer Ansicht von Franz Müller auch mit einem Brunnen versehen gewesen war, der Strassenkorrektion von 1834/35 weichen müssen. Gemäss den bereits eingeholten Offerten von Steinmetz Reithaar aus Würenlos sollte nun der eine Brunnen 14 Fuss Länge, 7 Fuss Breite und 3 Fuss Tiefe (mit einem Inhalt von 105 Eimern Wasser) aufweisen, bei einem Preis von Fr. 1'050.-, und die anderen drei Brunnen sollten in einer Länge von 9 Fuss, mit 6 Fuss Breite und 3 Fuss Tiefe (fassend je 60 Eimer Wasser) zusammen zum Preis von Fr. 1'739.80. inklusive Brunnensäule etc. erstellt werden. Für weitere Fr. 220.- sollten entsprechende Wasserrinnen und Waschbänke dazu gebaut werden. Der Antrag des Gemeinderates auf die Erteilung eines Kredites von Fr. 3'000.- wurde einstimmig genehmigt. Allerdings scheint trotz des schlechten Zustandes der Brunnen bei den zuständigen Behörden keine Eile beim Neubau geherrscht zu haben. So konnte noch im Dezember 1859 der Wiler Bildhauer Lukas Bischof die Anregung vorbringen, dass auf dem Brunnen, der auf dem Platz der ehemaligen Stadtmetzge zu stehen komme, ein stehender Bär mit dem Wiler Wappen wohl angebracht sei. Der Gemeinderat schloss sich dieser Argumentation an, zumal ja in der Unteren Vorstadt ein ähnlicher achteckiger Brunnen erstellt worden war und die Mehrkosten von Fr. 400.- durchaus in der Kompetenz des Rates lagen. Im Januar musste der mit der Brunnenangelegenheit betraute politische Pfleger Wieland mitteilen, dass gemäss Verhandlungen mit der Nordostbahn ein Transport des Brunnenbettes auf einem Bahnwagen nicht möglich sei, da ein Gewicht von 160 Zentnern und eine Breite von 9 Fuss nicht überschritten werden dürften, während nach seinen Berechnungen der Brunnen um 250 Zentner wiegen würde. Der Gemeinderat erteilte ihm nun den Auftrag, über einen Transport mit gewöhnlichem Fuhrwerk Verhandlungen aufzunehmen. Im Herbst 1863 wurden Tritte und Randstein rund um den neuen Brunnen angebracht und die Umgebung mit Steinplatten bedeckt.

Der Brunnen wurde, wie der Mangel an Eintragungen in den einschlägigen Quellen zeigt, anscheind gut gepflegt. Erst im Februar 1932 musste festgestellt werden, dass die Brunnensäule zu ersetzen sei. "Da es sich um einen der schönsten Plätze am Eingang der Altstadt handelt, ist eine Lösung zu suchen, die dekorativ zu befriedigen vermag", heisst es dazu im Gemeinderatsprotokoll. Allerdings konnte erst im März 1935 der Vertrag mit dem Wiler Bildhauer Werner Hilber genehmigt werden, der die heutige Figur des Bären mit der Trommel denn auch schuf.

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Quelle: wilnet.ch