Kultur

Guggenmusik Chrüsimusig

Brauchtum & Feste · Kultur

Die "Chrüsimusig" wird 2025 52 Jahre alt !

Was Insider schon lange befürchtet haben, was Uneingeweihte kaum begreifen können, wird 2025 wahr: Die Wiler "Chrüsimusig" geht in ihre 52. Saison. Aber eben, Totgesagte leben länger, oder besser, Unkraut vergeht nicht.

Zur Geschichte Es waren einmal sieben begeisterungsfähige 2.-Sekundar-Schüler, die im eisigen Winter des Jahres 1973 beschlossen, an der folgenden Fastnacht das Wiler Publikum mit ihren fröhlichen Weisen zu unterhalten. Die Besetzung deutete schon auf Kammermusik, eine Trompete, zwei Gitarren und Rhythmus mittels eines alten Farbkübels, einer Tschinelle, eines Paares Rasseln und eines kleinen Trömmelis versprachen viel.

Die erste Saison gestaltete sich denn auch zum wahren Triumphzug, weniger in musikalischer, denn in finanzieller Hinsicht, wurde doch mit einem alten Geigenkasten "Münz" für die zukünftige Instrumentierung gesammelt.

Irgendwie muss der "Guggen-Virus" nicht auszurotten sein, von der Gründungsformation sind immer noch zwei Gugger aktiv. In höchst wechselnden Besetzungen standen neben den Altgedienten vor allem immer wieder junge Musiker und Musikerinnen aus dem Wiler "Musigszene-Chueche" in den Reihen der Chrüsimusig. Ja, man darf mit Fug und Recht behaupten, dass einige erst bei den "Chrüsis" entdeckt haben, was Rhythmus und Spielfreude heisst. Heute hat sich die Standardgrösse bei 10 - 15 Guggern und Guggerinnen eingependelt, was ideal für Restaurants und kleinere Veranstaltungen ist, was aber auch eine etwas "zügigere" Spielweise zulässt.

Zur Organisation Oder besser, da es ja eigentlich keine festen Strukturen gibt, zum "Haufen". Jedes Jahr wird in nervenzerfetzenden Diskussionen ein neues Motto bestimmt und die Kostümierung entsprechend gestaltet. Es gibt weder Statuten noch Chefs; wer das Feuer in sich brennen spürt, der kommt, wer nicht, der bleibt im Eisschrank.

Obwohl wir seit 52 Jahren unterwegs sind, gibt es noch Leute in WiI, die sich als "eingefleischte Fastnächtler" bezeichnen, aber jede Kenntnis der "Chrüsimusig" verneinen. Wir vermuten dahinter Leugnen von Seiten organisierter Gruppierungen, die einmal einen Hauch unserer praktizierten Guggenfreiheit gespürt haben und sich betrübt ihrer Situation bewusst wurden.

Zur Zukunft Mittlerweile sind einige von uns mindestens an Jahren gereift, wir werden sehen, ob der vor 52 Jahren gepflanzte Virus auch, da ja schon etwelcher Nachwuchs vorhanden, die nächsten 52 Jahre überleben wird.

Werner Warth www.chruesimusig.ch

Bildarchiv (9)

Chruesimusig_2004.jpgChruesimusig_1998.jpgChruesimusig_2003.jpgChruesimusig_1988.jpgChruesimusig_2004_am_Umzug.jpgChruesi_2006_klein.jpgChruesimusig_am_Umzug_2007_-_klein.jpgChruesimusig-Leserbrief-OWO-17-03-1984.jpgChruesimusig-Wiler-Jahrbuch-1998.jpg

Quelle: wilnet.ch