Der Termin der Fastnacht richtet sich nach der Fastenzeit, die ihrerseits vom Ostertermin abhängt, der am Konzil von Nicäa im Jahre 325 auf den ersten Sonntag nach dem Frühlingsvollmond festgelegt wurde. Die Fastenzeit von Aschermittwoch bis Ostern wurde festgelegt nach dem Vorbild von Jesu vierzigtägigem Fasten.
Warum beginnt die vierzigtätige Fastenzeit mit dem Aschermittwoch, obschon dieser der siebenundvierzigste Tag vor Ostern ist? An den sechs Sonntagen der Fastenzeit wurde nicht gefastet.
Sie sind seit der Synode von Benevent 1091 Gedächtnistage der Auferstehung Christi und daher Tage der Freude. So wurden den vierzig Tagen noch vier Werk- bzw. Fastentage hinzu gefügt, womit man zum heutigen Aschermittwoch kam. Somit erklärt sich auch die Zeitverschiebung der alten Fastnacht oder Bauernfastnacht. Sie hat ihren Grund nicht in der Ablehnung der gregorianischen Kalenderreform von 1582, sondern in der weit älteren Meinungsdifferenz über die richtige Berechnung der Fastenzeit. In der ursprünglichen Berechnung der 40 Fastentage vor Ostern waren die Sonntage mit einbezogen. Demzufolge begann die Fastenzeit und entsprechend auch die Fastnacht eine Woche später. Sie hinkt also hinterher, was zur Redewendung führte, es käme jemand daher oder äussere eine Meinung „wie die alte Fastnacht“.
