Fastnachtsdekorationen in den Wirtschaften Zahlreiche und aufwendige Dekorationen, oft kombiniert mit raffinierten Licht- und Bewegungseffekten, machten die Wiler Wirtschaften vorab in den 1950er- und 1960er-Jahren zur Fastnachtsattraktion für Besucher aus nah und fern. Zu diesen Dekorationen gehörte auch immer ein Schuss Erotik. Diese war auch sicht- und spürbar in der Kostümierung des Servierpersonals. Die Redewendungen entstanden nicht von ungefähr, dass man auf eine Beizentour geht „go Dekoratione alange“ (Steigerungsform von „aluege) oder dass Männer an der Fastnacht ihr Getränk mit Vorliebe „mit der Hand“ bestellen. Der Einzug des Sexismus in all seinen Varianten im Fastnachtsbetrieb brachte die Beizenfastnacht mehr und mehr in Verruf. Leider muss man feststellen, dass originelle Fastnachtsdekorationen in Wirtschaften immer mehr verschwinden und somit diese Tradition auszusterben droht.
(Benno Ruckstuhl in: Fastnacht in Wil, Wil 2014)